Der Kunststoffhersteller Lanxess baut seinen Produktionskomplex für Polyamide und Kunststoff-Vorprodukte in Lillo bei Antwerpen aus. Mit Investitionen von rund 25 Mio. EUR im Jahr 2017 will das Unternehmen vor allem die Produktionseffizienz erhöhen. (Bildquelle: Lanxess)

Der Kunststoffhersteller Lanxess baut seinen Produktionskomplex für Polyamide und Kunststoff-Vorprodukte in Lillo bei Antwerpen aus. Mit Investitionen von rund 25 Mio. EUR im Jahr 2017 will das Unternehmen vor allem die Produktionseffizienz erhöhen. (Bildquelle: Lanxess)

„Unser integrierter Produktionskomplex in Lillo ist das Rückgrat unseres globalen Geschäfts für Hochleistungs-Kunststoffe“, sagte Lanxess-Vorstandsvorsitzender Matthias Zachert. „Das ist gerade angesichts des Trends zum Leichtbau etwa in der Automobilindustrie ein großer Zukunftsmarkt. Deshalb stärken wir die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes kontinuierlich. Seit 2004 haben wir mehr als 300 Mio. EUR in Lillo investiert. Das ist auch ein klares Bekenntnis zum Standort.“ Die Ankündigung erfolgte anlässlich des 50. Jubiläums der Caprolactam-Produktion am Standort. Der thermoplastische Kunststoff kommt beispielsweise als Matrixmaterial beim T-RTM-Verfahren zum Einsatz. Zudem ist es ein Vorprodukt des Hochleistungskunststoffs Durethan, der unter anderem in der Autoindustrie zum Einsatz kommt.

50 Jahre Caprolactam-Produktion

Die Produktion am Standort begann vor einem halben Jahrhundert am 24. April 1967. Die Anlage war ein Pionierbetrieb im Hafengebiet, das sich zum größten integrierten Chemie-Cluster in Europa entwickelt hat. Zu Anfang verfügte der Komplex über eine Kapazität von 160.000 Tonnen Caprolactam pro Jahr, die bis heute auf 220.000 Tonnen pro Jahr ausgebaut wurde. Seit dem Anfahren der Anlage vor 50 Jahren wurden 6.252.000 Tonnen des Thermoplasts produziert. Lanxess hat die Kapazitäten erweitert und die Anlage modernisiert. Eine der wichtigen Maßnahmen in jüngerer Zeit war die Implementierung einer nahezu energieautarken Infrastruktur.

Neben der Automobilindustrie kommen die aus Caprolactam produzierten Kunststoffe bei Elektro- und Elektronik-Anwendungen zum Einsatz. In den vergangenen Jahren hat sich Lanxess auf die Ausbalancierung seiner integrierten Wertschöpfungskette für die Produktion von Hochleistungs-Kunststoffen fokussiert, weshalb der größte Teil der hergestellten Zwischenprodukte inzwischen in den Eigenbedarf fließt.

Ein Meilenstein bei der Umsetzung dieser Strategie war der Bau einer Polymerisations-Anlage mit einer jährlichen Kapazität von 90.000 Tonnen, die direkt mit der Caprolactam-Produktion verbunden ist. Seit dem Start der Anlage im Sommer 2014 wird das Polyamid von Antwerpen zu Compounding-Anlagen des Konzerns auf der ganzen Welt geliefert, wo es zu Hochleistungs-Kunststoffen weiterveredelt wird.

Lanxess betreibt drei Produktionsstandorte im Hafengebiet von Antwerpen. Caprolactam und Polyamid werden in Lillo produziert, in Kallo werden Glasfasern und Kautschukchemikalien hergestellt. Arlanxeo, ein Joint-Venture von Lanxess und Saudi Aramco, produziert am Standort Zwijndrecht synthetischen Kautschuk. Insgesamt beschäftigt Lanxess in Belgien rund 1.250 Mitarbeiter.