Covestro an der Börse: und jetzt?

Der Stammsitz von Covestro in Leverkusen. Hier befinden sich außerdem die europäische Forschungsabteilung sowie Produktionsanlagen.
(Bildquelle: Covestro)

Der Werkstoffhersteller Covestro, Leverkusen, setzt im ersten Quartal 2017 das Wachstum aus dem Geschäftsjahr 2016 fort. Die hohe Nachfrage erhöhte die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft auf Konzernebene um 9,0 Prozent. Durch die dadurch gestiegene Auslastung der Produktionsanlagen stieg auch die Marge. Das wiederum führte zu einem EBITDA von 846 Mio. EUR (plus 66,5 Prozent zum Vorjahresquartal). Das Konzernergebnis stieg um 157,1 Prozent auf 468 Mio. EUR.

Der Covestro-Vorstandsvorsitzende Patrick Thomas kommentiert: „Es ist uns gelungen, zum neunten Mal in Folge unser EBITDA gegenüber dem Vorjahresquartal zu steigern. Damit setzen wir unsere positive Entwicklung nahtlos fort. Auch für das weitere Jahr sind wir optimistisch und heben unsere Prognose an.“

Auf Basis der Geschäftsentwicklung im ersten Quartal 2017 hebt das Unternehmen die Prognose aus dem Geschäftsbericht 2016 für den weiteren Verlauf des Gesamtjahres 2017 an. Für das Mengenwachstum im Kerngeschäft rechnet Covestro unverändert mit einem Wert im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich. Den Free Operating Cash Flow erwartet das Unternehmen nun nicht mehr leicht, sondern deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre. Der Return on Capital Employed (ROCE) soll ebenfalls nicht nur leicht, sondern deutlich oberhalb des Niveaus von 2016 liegen.

Polycarbonate verzeichnen stärkstes Wachstum

Im ersten Quartal erhöhten sich die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft des Segments Polyurethanes um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Dazu trugen vor allem die Produktgruppen MDI und TDI bei. Wesentlicher Treiber war eine höhere Nachfrage in der globalen Bauindustrie und in der Polstermöbel- und Matratzenindustrie in den Regionen Nafta und Apac. Das EBITDA in Höhe von 482 Mio. EUR hat sich im Vergleich zum Vorjahresquartal mehr als verdoppelt. Das ist im Wesentlichen auf höhere Margen zurückzuführen.

Um die Nachfrage in diesem Segment optimal bedienen zu können, hat sich das Unternehmen Nitte März dazu entschieden, die Produktion des Hartschaum-Vorprodukts MDI im spanischen Tarragona fortzuführen. Gleichzeitig arbeitet Covestro an der Umstellung einer Anlage im norddeutschen Standort Brunsbüttel. Die dortige Produktionskapazität für MDI soll sich dadurch im Laufe des Jahres 2018 auf rund 400.000 Tonnen pro Jahr verdoppeln.

Das Segment Polycarbonates verzeichnete ebenfalls einen starken Zuwachs der Absatzmengen im Kerngeschäft von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die abgesetzten Mengen stiegen in allen drei Regionen, insbesondere aufgrund einer höheren Nachfrage der Automobil- und Elektroindustrie. Das EBITDA des Segments erhöhte sich um 31,1 Prozent auf 232 Mio. EUR. Um der wachsenden Nachfrage zu begegnen hatte, Covestro erst 2016 seine Produktionskapazitäten für Polycarbonat am Standort Shanghai auf gut 400.000 Tonnen pro Jahr verdoppelt. Das Unternehmen war dadurch mit einer jährlichen Gesamtproduktionskapazität von rund 1,5 Millionen Tonnen zum weltgrößten Produzenten dieses Kunststoffs aufgestiegen.

Im Segment Coatings, Adhesives, Specialties stiegen die abgesetzten Mengen im Kerngeschäft um 8,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Insbesondere in den Regionen Apac und EMLA konnten deutliche Mengenausweitungen verzeichnet werden. Das EBITDA lag im ersten Quartal mit 146 Mio. EUR um 5,0 Prozent über dem Vorjahr. In China hatte Covestro im vergangenen Jahr eine World-Scale-Anlage für Lackrohstoffe in Betrieb genommen. Im Gegensatz zu den anderen beiden Segmenten blieben die Preise bei Coatings, Adhesives, Specialties im Durchschnitt auf dem Niveau des Vorjahres.