Das Fraunhofer LBF, Darmstadt, hat ein Spritzgieß-Messwerkzeug entwickelt, mit dem sich Adhäsionskräfte quantifizieren beziehungsweise antiadhäsive Beschichtungen und Formmasserezepturen analysieren lassen. (Bildquelle: Fraunhofer LBF)

Das Fraunhofer LBF, Darmstadt, hat ein Spritzgieß-Messwerkzeug entwickelt, mit dem sich Adhäsionskräfte quantifizieren beziehungsweise antiadhäsive Beschichtungen und Formmasserezepturen analysieren lassen. (Bildquelle: Fraunhofer LBF)

Dabei handelt es sich um ein temperierbares Drei-Platten-Werkzeug mit einer zentral positionierten Aufnahmeeinheit für auswechselbare Formeinsätze mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen und Beschichtungen. Die Formteilgeometrie gestalteten die LBF-Wissenschaftler als ebene Scheibe. Sie wird mittig über einen konischen Kaltkanal angespritzt. Das Spritzgieß-Messwerkzeug ist mit einem mehrstufigen, federnd gelagerten Abdrück- und Rückhaltesystem ausgestattet. Dieses System stellt beim Öffnen des Werkzeugs sicher, dass sich Formteil und Anguss vollständig von der Düsenseite lösen, ohne die Haftung auf der Auswerferseite zu beeinflussen. Das Entformen des Spritzlings erfolgt über eine zentrale Auswerfereinheit mit integrierter Kraftmessung. Dazu dient eine piezoelektrische Messunterlagsscheibe. Ein in den Auswerferplatten platzierter Wirbelstromsensor erfasst den Entformungshub. Somit lässt sich für jeden Spritzzyklus ein Kraft-Zeit- beziehungsweise Kraft-Weg-Diagramm ermitteln. Damit können die Wissenschaftler den Entformungsvorgang und die dabei zu überwindenden Entformungskräfte detailliert quantitativ beurteilen. Druck- und Temperatursensoren dienen zur Überwachung der Prozessparameter.