Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des GKV, bilanzierte in Frankfurt eine positive Geschäftsentwicklung der kunststoffverarbeitenden Industrie. (Bildquelle: Redaktion PLASTVERARBEITER, rm)

Dr. Oliver Möllenstädt, Hauptgeschäftsführer des GKV, berichtete in Frankfurt von einer positiven Geschäftsentwicklung der kunststoffverarbeitenden Industrie. (Bildquelle: Redaktion PLASTVERARBEITER, rm)

GKV-Präsident Dirk E. O. Westerheide und GKV-Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt zogen in Frankfurt eine durchweg positive Bilanz des Jahres 2016. Die kunststoffverarbeitende Industrie steigerte im vergangenen Jahr den Gesamtumsatz um 3,2 Prozent auf 60,8 Mrd. EUR. Alle Branchensegmente legten zu. Stärktes Segment war der Bau mit einem Umsatz von 19,1 Mrd. EUR und einer Steigerung von 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An zweiter Stelle stehen die Technischen Teile (17,9 Mrd. EUR, plus 1,7 %), gefolgt von Verpackung (14,2 Mrd. EUR, + 4,4 %) und Konsumprodukte (9,6 Mrd. EUR, + 2,0 %). Offenbar verlief das Wachstum ertragreich. Gemäß Umfrage des GKV verzeichneten fast die Hälfte der Mitgliedsfirmen 2016 eine positive Gewinn-Entwicklung. Auch die Zahl der Beschäftigten der Kunststoffverarbeitung legte erneut leicht zu. Die 2906 Branchenbetriebe  beschäftigten insgesamt 317.000 Mitarbeiter.

Hohe Strompreise gefährden Wettbewerbsfähigkeit

Trotz der guten Zahlen wachse die Unsicherheit hinsichtlich der Rahmenbedingungen, hieß es in Frankfurt weiter. Die infolge der Energiewende steigenden Stromkosten – bedingt etwa durch Preisaufschläge für Netzausbau und Eneuerbare Energieen Gesetz (EEG) – belasten gemäß GKV die Wettbewerbs- und Investitionsfähigkeit der Unternehmen. „In 14 Prozent der Unternehmen werden Investitionen absehbar durch die hohen Stromkosten gefährdet“, erklärte Dr. Oliver Möllenstädt, „weitere 39 Prozent der Unternehmen sehen Investitionen möglicherweise gefährdet.“ Die Situation werde zunehmend dramatisch, so Möllenstädt weiter, und es sei zu berfürchten, dass zunehmend Investitionsentscheide unter anderem aufgrund der Energiekosten zugunsten von Ländern mit solideren Rahmenbedingungen gefällt würden. Der GKV hält das EEG für nicht reformierbar und fordert von der Politik alternative Finanzierungsmodelle für die Energiewende. Link zu Forderungen an die Politik hier.

Mangel an Fachkräften und Auszubildenden

Eine wachsende Zahl der Betriebe leidet gemäß des Branchenverbands unter Problemen bei der Gewinnung von Auszubildenden, Fachkräften und Ingenieuren. Dieser Mangel drohe „mehr und mehr zu einer Achillesferse für die Kunststoffverarbeitung in Deutschland zu werden“, sagte Oliver Möllenstädt. Der Verband versuche intensiv die Unternehmen zu größeren Anstrengungen in Sachen Ausbildung zu motivieren. Verbandsangaben zufolge bilden lediglich 60 Prozent der Betriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern Lehrlinge aus.

Trotz bestehender Unsicherheiten überwiegt in der Branche die Zuversicht, sodass der GKV auf Basis der Befragung von Branchen­unternehmen auch für 2017 mit einem guten Geschäftsverlauf rechnet. Präsident Dirk E. O. Westerheide erwartet ein Umsatzplus in der Größenordnung von 2 bis 2,5 Prozent. Auch bezüglich der Gewinnentwicklung seien die Unternehmen überwiegend optimistisch, hieß es weiter. (rm)