Im Gesamtjahr 2016 nahm der Umsatz von BASF, Ludwigshafen, um 18 Prozent ab auf 57,6 Mrd. EUR. Der Großteil dieses Rückgangs geht auf das Konto der Gassparte, genauer: dem Gashandel- und -speichergeschäft, das BASF im letzten Jahr an Gazprom verkaufte. Es hatte 10,1 Mrd. EUR zum Umsatz beigetragen. Dieser und weitere Verkäufe, wie der Verkauf des Polyolefin-Katalysatoren-Geschäfts an den US-amerikanischen Chemiekonzern W.R. Grace, sorgten insgesamt für ein Umsatzrückgang von rund 15 Prozent. Für weitere 4 Prozent Umsatzrückgang waren gesunkene Rohstoffpreise verantwortlich. Währungseffekte drückten ebenfalls auf den Umsatz. Mit 1 Prozent allerdings vergleichsweise gering. Dagegen stieg der Absatz: Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Mengen im Jahr 2016 um 2 Prozent, im Chemiegeschäft um 4 Prozent.

Gewinn sinkt ebenfalls

Der Gewinn (Ebit) sank um 6 Prozent auf 6,3 Mrd. EUR und war damit 400 Mio. EUR niedriger als im Vorjahr. Er ging damit wesentlich weniger stark zurück als der Umsatz nahelegen würde. Dennoch liegen die Hauptgründe auch hier im Öl- und Gasgeschäft begründet: Einen großen Teil des Rückgangs löste der Verkauf des Gasgeschäfts aus, der zuvor 260 Mio. EUR zum Gewinn beitrug. Insgesamt zehrte das Öl- und Gassegment 850 Mio. EUR des Konzerngewinns auf. Im Chemiegeschäft erzielte BASF aufgrund der stark verbesserten Beiträge von Performance Products sowie Functional Materials & Solutions eine deutliche Ergebnissteigerung.


Die größten Chemieunternehmen Deutschlands


Ausblick für das Jahr 2017

Für das Jahr 2017 rechnet BASF mit einem schwächeren Wachstum in Europa als noch im letzen Jahr. Noch schwächer könnte das Wachstum in China ausfallen, befürchtet der Konzern. Dagegen rechnet das Unternehmen mit einem leichten Wachstum des US-Geschäfts sowie dem Ende der Rezessionen in Brasilien und Russland. Dr. Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender von BASF, fasst das folgendermaßen zusammen: „Wir sind verhalten optimistisch für 2017.“

Zudem will das Unternehmen wieder wachsen, und zwar in allen Segmenten. Allerdings legt Bock den Fokus auf die Gewinnsteigerung: „Wir wollen weiter wachsen, wozu alle Segmente beitragen sollen. Wichtiger ist: Unser Ergebnis soll wieder ansteigen, auch im Öl-und-Gas-Geschäft.“ Er führt weiter aus: „Das Ebit vor Sondereinflüssen wollen wir im Vergleich zu 2016 leicht steigern. Wir erwarten deutlich höhere Beiträge im Segment Oil & Gas. In den Segmenten Performance Products, Functional Materials & Solutions sowie Agricultural Solutions gehen wir von einem leicht höheren Ebit vor Sondereinflüssen aus und bei Chemicals von einem Beitrag auf dem Niveau des Vorjahres.“

Angesichts der Unsicherheiten im wirtschaftlichen und politischen Umfeld wird BASF seine Ausgaben- und Kapitaldisziplin fortsetzen. Hierzu zählt das Exzellenzprogramm Drive. Das Unternehmen erwartet daraus ab Ende 2018 einen Ergebnisbeitrag von jährlich rund 1 Mrd. EUR im Vergleich zum Basisjahr 2015. Der Ergebnisbeitrag lag 2016 bei 350 Mio EUR.

(dl)