Die Spritzgießmaschine von Dr. Boy produziert einen Kunststoffbecher, den einer der beiden integrierten kollaborierenden Roboter, ein UR3 und ein UR5, entnimmt. (Bildquelle: Dr. Boy)

Die Spritzgießmaschine von Dr. Boy produziert einen Kunststoffbecher, den einer der beiden integrierten kollaborierenden Roboter, ein UR3 und ein UR5, entnimmt. (Bildquelle: Dr. Boy)

Flexible Handlinglösung für Spritzgussteile

Auf der Hannover Messe 2017 zeigt der Spritzgießmaschinen-Hersteller Dr. Boy, Neustadt, eine Beispielanwendung mit zwei kollaborierenden Robotern. Bernd Fischer, Bereichsleiter Anwendungstechnik und Service bei Dr. Boy, erklärt „Wir erleben eine stark wachsende Nachfrage von Automationslösungen im Verbund mit einer Spritzgießmaschine. Für uns ist darum eine hohe Flexibilität der Roboter durch schnelle, unkomplizierte Programmierung der jeweiligen Handlingaufgaben besonders wichtig.“ Die ausgestellte Anlage haben Dr. Boy und Müller Maschinentechnik gemeinsam entworfen. Letzteres Unternehmen hat sich auf das Erstellen von Automationslösungen spezialisiert. Vandeberg sagt, „Dr. Boy ist bekannt für Vertikalmaschinen, die viel Platz für Automationen auf dem freien Maschinentisch bieten. So lassen sich Arbeitsgänge, wie beispielsweise die Montage oder eine Kamerainspektion, platzsparend hinzufügen.“ Das sei auch sehr wichtig, betont er, denn immer häufiger wird versucht, Aufgaben wie die nachfolgende Bearbeitung, Montage oder Bauteilinspektion direkt in der Maschine durchzuführen. Auch in Hannover ist solch ein Aufbau zu sehen. Früher wurden solche Aufgaben noch weg von der Maschine an einer anderen Stelle der Halle ausgeführt.

Einer der zwei integrierten kollaborierenden Roboter, ein UR3 und ein UR5, führt den Becher einem Etikettendrucker zu, der ihn mit den eingegebenen Daten und dem daraus generierten QR-Code bedruckt. (Bildquelle: Dr. Boy)

Einer der zwei integrierten kollaborierenden Roboter, ein UR3 und ein UR5, führt den Becher einem Etikettendrucker zu, der ihn mit den eingegebenen Daten und dem daraus generierten QR-Code bedruckt. (Bildquelle: Dr. Boy)

MRK-Anlage auf der Hannover Messe

Die Beispielanlage auf der Hannover Messe produziert individualisierte Kunststoffbecher. Dazu geben die Besucher über eine Tastatur Daten wie Namen und Firma ein. Dann entscheiden sie, ob ihre spritzgegossenen Kunststoffbecher befüllt werden sollen oder nicht. Die eingegebenen Daten werden gespeichert und als individuelle QR-Codes an die Anlage übermittelt. Die Spritzgießmaschine von Dr. Boy spritzt darauf einen Kunststoffbecher, den einer der beiden in die Maschine integrierten kollaborierenden Roboter, ein UR3 und ein UR5, entnimmt. Dieser führt den Becher einem Etikettendrucker zu, der ihn mit den eingegebenen Daten und dem daraus generierten QR-Code bedruckt. Hier wird der Datenaustausch einer vernetzten Produktion in der Industrie 4.0 simuliert. In der Praxis dient ein QR-Code beispielsweise für die Rückverfolgbarkeit eines Werkstücks. Etwa indem das Herstellungsdatum eines Bauteils oder andere Parameter mit dem QR-Code verknüpft und dauerhaft gespeichert werden. Nach der Etikettierung übergibt der Roboter den Becher an den nächsten, der es dann entweder mit oder ohne gezapftes Kaltgetränk an den Besucher übergibt. Dabei kann der Besucher den Roboter gefahrlos berühren – entsprechend der Philosophie der Mensch-Roboter-Kollaboration.

Einfache Bedienung der Leichtbau-Roboter wichtig

Anlagen dieser Art sind nur möglich, wenn die Roboter einfach zu bedienen sind. Im Fall von Universal Robots können so auch Mitarbeiter die Steuerung übernehmen, die keine Programmiererfahrungen haben. Im sogenannten Teach-Modus können sie unkompliziert Aufgaben vorgeben, indem sie dem Roboter die einzelnen Wegpunkte, die er anfahren soll, Schritt für Schritt zeigen. Dabei führt der Bediener den Arm per Hand an die einzelnen Punkte, die über ein Touchpad gespeichert werden. So lassen sie sich schnell und effizient in den laufenden Betrieb integrieren. Je nach Komplexität der Anwendung ist das nach nur einem halben Tag möglich und lohnt sich auch bei Arbeitsvorgängen mit geringer Wiederholrate. „Uns ist es besonders wichtig, die Schwelle für die Automation so niedrig wie möglich zu gestalten“, sagt Schmid. „Wir bieten mit durchschnittlich 195 Tagen die branchenweit schnellste Amortisationszeit, damit auch kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich einsteigen können.“

Auf der Hannover Messe 2017: Halle 17, Stand C26


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Über den Autor

Torsten Ziefuss

ist Business Development Manager Western Europe bei Universal Robots in München.