Bei geschlossenen Systemen handelt es sich um sogenannte drucküberlagerte Systeme. Das Wasser wird auf konstanten Druck (1 bar über der Dampfdruckkurve) gehalten. Beim aufheizen auf bis zu 180 °C baut sich somit ein zusätzlicher Druck im Tank auf (Systemdruck), welcher das Wasser am Verdampfen hindert. Das Befüllen und Nachfüllen erfolgt automatisch über ein Magnetventil (bei Temperaturen über 120 °C mit einer Drucksteigerungspumpe). Achtung: Beim einfachen Abschalten des Gerätes herrscht dieser Druck noch immer im Tank, dem angeschlossenen Verbraucher sowie den Rohrleitungen.

Im geschlossenen System kann die Durchflussmessung nur mit Ultraschall erfolgen. Dabei senden zwei Ultraschallsender beziehungsweise -empfänger in vorgegebener Distanz zueinander ein Schallsignal in Fließrichtung aus und empfangen dieses. Danach senden beziehungsweise empfangen sie ein weiteres Ultraschallsignal entgegen der Fließrichtung. Aus der Differenz der beiden Messungen und unter Berücksichtigung der Schallkurve im Temperaturbereich von 0 bis 160 °C wird zunächst die Geschwindigkeit des Mediums und danach, über den Durchmesser der Rohrleitung, die Durchflussmenge errechnet. Dieser Wert wird zweimal pro Sekunde gemessen und von der Steuerung abgerufen. Die Ultraschallmessung liefert Ergebnisse mit einer Genauigkeit von 5 Prozent des gemessenen Volumens und ist wartungsfrei, da sich keine beweglichen Teile in der Messstrecke befinden, die gewartet oder getauscht werden müssen.

Sonderfunktionen

Beim Leckstoppbetrieb wird das Medium durch die Werkzeugkanäle gesaugt. Es tritt dabei auch an kleinen undichten Stellen (Haarrisse in der Form/Schläuche, Kupplungen) kein Wasser aus, da das Medium nicht  durch die Leitungen gepresst, sondern gesaugt wird. Diese Funktion dient als Notbetrieb, welcher beispielsweise bei Undichtigkeiten der Form das Fertigstellen der aktuellen Charge ermöglicht.

Das Leersaugen kommt vor dem Werkzeugwechsel zum Einsatz. Das Gerät kühlt das Temperiermedium auf 50 °C ab, stoppt die Pumpe und dreht diese in Saugrichtung. Nun öffnet das Belüftungsventil und das Wasser wird aus der Form ins Gerät gesaugt.

Da die Pumpen in beide Richtungen laufen können, aber nur in eine Richtung die Leistung und Lebensdauer dem Datenblatt entspricht, wird die Drehrichtung beim Einschalten der Pumpen überprüft. Die offenen Systeme werten gegen Umgebungsdruck aus. Zur Erkennung der positiven Drehrichtung wird die Pumpe kurz in beide Richtungen eingeschaltet. Der Differenzdruck am Drucksensor wird zum Umgebungsdruck geprüft.

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ist technischer Leiter von Wittmann in Deutschland und der Niederlassung von Wittmann in Nürnberg. (Bildquelle: Wittmann)

Über den Autor

Michael Tolz

ist technischer Leiter von Wittmann in Deutschland und der Niederlassung von Wittmann in Nürnberg.