Gefährdet Trump die deutschen Maschinenexporte?

In der Weltwirtschaft greift ein Rädchen ins andere, die Zusammenhänge und Wechselwirkungen sind komplex. Das ist nicht nur im Maschinenbau so. (Bildquelle: Baloncici – Fotolia.com)

Von Januar bis Oktober 2016 gingen die Maschinenexporte in die USA um 3,4 Prozent zurück, im Zeitraum August bis Oktober sanken die Ausfuhren sogar um 5,8 Prozent. „Die Vereinigten Staaten werden auch 2017 der größte Einzel-Exportmarkt für den deutschen Maschinenbau bleiben. Und niemand kann sagen, welchen Einfluss der neue amerikanische Präsident jetzt schon auf den Welthandel hat. Zudem muss sich erst noch zeigen, ob der amerikanische Kongress und der Senat die Ankündigungen Trumps einfach durchwinken oder einer genauen Prüfung unterziehen. Sicher ist aber, dass Protektionismus und neue Handelsschranken am Ende weder den USA noch den Handelspartnern der Vereinigten Staaten neue Arbeitsplätze oder zusätzliches Wachstum bringen werden. Insofern spielt Präsident Trump mit dem Feuer“, meint VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

USA brauchen Maschinen aus dem Ausland

Eine Abschottung der amerikanischen Wirtschaft durch Zölle und Mauern würde nach Ansicht des VDMA nicht nur den Handelspartnern, sondern auch dem eigenen Land schaden. Auch US-Unternehmen sind in globale Wertschöpfungsnetze eingebunden und auf ausländische Absatzmärkte angewiesen. Im Jahr 2015 exportierte die Verarbeitende Industrie der USA Waren im Wert von 1,1 Billionen US-Dollar. Zu den Hauptabnehmerländern gehörten Kanada, Mexiko, China und Japan. Dieser grenzüberschreitende Warenaustausch sichert auch Arbeitsplätze in den USA. Hinzu kommt: Etwa ein gutes Drittel des amerikanischen Marktvolumens wird durch den Import von Maschinen gedeckt. Denn in vielen Maschinenbausektoren gibt es kein international wettbewerbsfähiges US-Angebot mehr. Maschinenlieferungen aus Deutschland liegen an vierter Stelle und haben damit einen erheblichen Anteil an der Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der amerikanischen Industrie.

Strafzölle verletzen internationale Regeln

Handelspolitisch würden sich die Vereinigten Staaten mit der Verhängung von Strafzöllen ebenfalls in eine schwierige Lage begeben. Die einseitige Erhöhung der Importzollsätze der USA für Maschinenbauprodukte wäre nur unter Verletzung der Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) möglich. Denn die USA haben gegenüber der WTO vertraglich festgeschrieben, dass die Höhe ihrer Einfuhrzollsätze für Maschinenbauprodukte zwischen 0 und 5 Prozent liegt. Die Erhebung eines Schutzzolls wäre im Rahmen der WTO-Regeln nur bei einer nachgewiesenen „erheblichen Schädigung“ der einheimischen Produzenten möglich. Dies trifft auf Maschinenbauprodukte aus Deutschland und Europa aber nicht zu.