Mehr Schuh-Grip für mehr Sicherheit

Mit Kunststoff wird ein Schuh draus

Der optimale Grip der Schuhsohle sorgt für mehr Vortrieb beim Lauf und gibt Sicherheit. (Bidlquelle: Continental)

Für viele Sportler kommt noch der Aspekt der Rutsch-Sicherheit und damit des Sohlen-Grips hinzu. Gemeinsam mit Adidas verbesserten die Reifen-Experten von Continental in Hannover den perfekten Grip beim Sportschuh. Bereits in den vergangenen Jahren konnten die Traktions-Kautschuk-Mischungen von Continental in den Schuh-Sohlen der Marathon-Läufer wie Patrick Makai, Wilson Kipsang und Dennis Kimetto die Weltrekord-Leistungen unterstützen. Die Zusammenarbeit zwischen Continental und Adidas begann bereits 2007. Rund drei Jahre lang haben die beiden Unternehmen an dem Projekt und der optimalen Gummi-Mischung gearbeitet, ehe 2009 erstmals ein Prototyp in einem regulären Rennen zum Einsatz kam.

Der ehemalige Marathon-Weltrekordhalter Haile Gebrselassie trug ihn beim Silvesterlauf in Trier. Auf nasser Strecke, die teilweise über Kopfsteinpflaster führte, siegte er souverän. Der entscheidende Faktor war seiner Aussage nach der extrem hohe Grip, den die Sohle gewährleistet hat. Doch auch wenn Reifen und Schuhsohlen die jeweils einzige Verbindung zur Straße sind und entsprechend alle Kräfte übertragen müssen, ist beim Laufen jeder Schritt ein einzelner Beschleunigungsvorgang – egal wie rund und ausgeglichen ein Laufstil auch sein mag. Je besser die Bodenhaftung ist, umso besser ist auch der Vortrieb. Gleichzeitig benötigt der Läufer aber auch eine gewisse rotative Freiheit, damit es nicht zu Verletzungen kommt. Inzwischen entstanden im Laufe der Zeit neben den Laufschuh-Sohlen auch Freizeit-Outdoor- und Bergschuhe mit Continental-Sohle sowie ein innovativer Snowboard-Schuh, der unter dem Namen Blauvelt vertrieben wird.
Ein weiterer bestimmender Faktor in der Schuhtechnik ist das Gewicht. Schuhe sollten besonders leicht sein und bei Skischuhen beispielsweise gleichzeitig sehr stabil.

Faserverstärkung bringt Stabilität

So sind die Hauptanforderungen an einen modernen Tourenskischuh hohe Funktionalität, gleichbleibende Eigenschaften bei tiefsten Temperaturen wie auf Frühlingsschnee, exzellente Wechselbiegefestigkeit, geringes Gewicht und nicht zuletzt ein ansprechendes Design. In der Schuhschale des Atomic Tourenskischuhs wurde Grilamid L 20A HL NZ von EMS Chemie verwendet. Der Einsatz der PA12-Spezialtype mit einer Dichte von nur 0,98 g/cm³ senkt das Gewicht im Marktvergleich. Zudem bietet der Werkstoff eine hohe Schlagzähigkeit bei Minusgraden, gute Fließeigenschaften und eine ansprechenden Ästhetik und Haptik. Das Produkt ist sehr witterungsbeständig und weist als Polyamid 12 eine geringe Feuchteaufnahme auf.

Im Wintersportbereich gewinnt auch das Thema Sicherheit und verletzungsfreies Skifahren immer mehr an Bedeutung. Dabei ist die Bindung nicht bloß Verbindungsstück zwischen Ski und Schuh, sondern der kritische Erfolgsfaktor für Sicherheit und Performance im Schnee. Das Unternehmen HTM Sport aus dem österreichischen Schwechat, bekannt durch den Markennamen Tyrolia, hat für ihre Skibindungen eine hochmoderne Fertigung entwickelt. Die Sicherheitsbauteile werden in engsten Toleranzen hergestellt. Dafür ist das Produktionsverfahren sowie der eingesetzte Rohstoff wichtig. Das Schwechater Unternehmen setzt für die Skibindungen das PA 6 Akromid B3 GF 45 mit 45 Prozent Glasfaserverstärkung von Akro-Plastic, Niederzissen ein. Dies ist ein hochsteifes Material mit guten Zähigkeiten, sowohl bei Raumtemperatur als auch bei Minusgraden, die auf der Skipiste gefordert sind. Neben den mechanischen Eigenschaften und guter Verarbeitbarkeit weisen die aus diesem Material gefertigten Bauteile eine hohe Oberflächenqualität auf. So kann  der Sportartikel-Hersteller auf den zusätzlichen Arbeitsschritt des finalen Lackierens verzichten.

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Dr. Etwina Gandert

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert

ist Redakteurin Plastverarbeiter.

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