K 2016: Neue Additive verbessern Schmelzefluss

Vergleich Mustertafeln aus Polypropylen hergestellt bei gleichen Maschinenparametern: links mit Einsatz von 3% des neuen Additiv-Masterbatches; rechts ohne Additiv-Masterbatch (Bildquelle: Grafe)

Das Verarbeitungshilfsmittel kommt mit einer Dosierung von zwei bis vier Prozent im Spritzguss von Polyolefinen zum Einsatz. Es verbessert die Fließfähigkeit der Kunststoffschmelze und beschleunigt darüber hinaus die Kristallisation des Polymers im Abkühlprozess. So kann die Prozesstemperatur gesenkt werden und kürzere Kühlzeiten sind möglich. Der Verarbeiter profitiert von geringeren Produktionskosten und weniger Energieverbrauch.

Das Additivbatch lässt sich auf allen gängigen Maschinen einsetzen und ist auch für andere Verarbeitungsverfahren wie Extrusion und Blasformen geeignet. Damit erschließen sich zahlreiche Anwendungsgebiete, wie zum Beispiel im Verpackungsbereich oder in der Medizintechnik. Die mechanischen Eigenschaften des Zielpolymers bleiben indes weitgehend erhalten. Anwender müssen also keine Einbußen bei Festigkeit, Steifigkeit und Schlagzähigkeit des Bauteils in Kauf nehmen.
Eine weitere Entwicklung betrifft einen Zusatzstoff, der bei der Verarbeitung von Polyamid als technischer Werkstoff im Spritzgießprozess den Schmelzefluss verbessert. Darüber hinaus werden mit diesem Hilfsmittel die Bauteiloberfläche optimiert, die Zykluszeit verringert und die mechanischen Eigenschaften positiv beeinflusst. Die neue Formulierung kann für eine Vielzahl von Hochtemperaturpolymeren wie PA6, PA6.6, PPS, PPE, PSU und PEEK verwendet werden.

Polyamid als technischer Werkstoff stellt bei vielen Verarbeitern und Kunden eine echte Herausforderung dar. Für die erforderlichen mechanischen Eigenschaften am Endbauteil wird beispielsweise mit Glasfasern verstärkt. Diese können unter Umständen den Schmelzefluss beeinträchtigen, wodurch Oberflächen mit geminderter Qualitätsanmutung entstehen können. Das neue Additivbatch, das mit einem Anteil von drei bis vier Prozent dosiert wird, optimiert die Einbettung der Fasern, indem es diese optimal einbindet. Damit verbessert sich der Schmelzefluss. Das Befüllen des Werkzeugs erfolgt so leichter oder schneller, wodurch sich der Zyklus verkürzen und die Produktionskosten senken lassen. Darüber hinaus kann beim Einsatz des Additivs die Verarbeitungstemperatur gesenkt werden, was sich ebenfalls positiv auf Zykluszeit und Energieverbrauch auswirkt. Zudem werden aufgrund der besser eingebetteten Glasfasern und der geringeren Belastung auf die Polymerschmelze auch die mechanischen Eigenschaften beibehalten oder sogar optimiert.

 

K 2016 Halle 6 / Stand E75