K 2016: Batterie-Gehäuse für elektrische Zweiräder

Für die Gehäuseteile der Batterien der Zweiräder kommt ein PBT+ASA-Blend zum Einsatz. (BIldquelle: Askoll)

Zweiräder mit Elektroantrieb sind nicht nur umweltfreundlich und bequem, sondern eignen sich auch bestens, um im städtischen Verkehr trotz verstopfter Straßen zügig voranzukommen. Hersteller der farbigen Klassiker mit Retro-Touch ist die in Dueville bei Vicenza ansässige Askoll Holding. Das Unternehmen setzt bei der Herstellung der Gehäuseteile für die Batterien der Zweiräder auf ein Material von Lanxess ein, das künftig unter dem Namen Pocan AF 4110 vermarktet werden soll. „Der neue Werkstoff gehört zu unserer umfangreichen Produktpalette für Elektrofahrzeuge. Wir sehen in diesem Anwendungssegment gute Wachstumschancen für unsere Polyester der Marke Pocan sowie Polyamide der Marke Durethan und werden das Sortiment in enger Zusammenarbeit mit Entwicklungspartnern aus dem Bereich Elektromobilität systematisch erweitern“, erklärt Tim Arping, Marketingexperte im Geschäftsbereich High Performance Materials (HPM).

Exzellent flammwidrig

Das neue Compound ist ein mit zwölf Prozent Glasfasern verstärktes Blend aus PBT (Polybutylenterephthalat) und ASA (Acrylester-Styrol-Acrylnitril). Das flammgeschützte Material ist für geometrisch komplexe und großflächige Gehäuseteile in Elektro- und Elektronikanwendungen konzipiert und zeichnet sich wegen des ASA-Anteils durch eine sehr geringe Verzugsneigung aus. Gleichzeitig ist es flammwidrig. In Brandprüfungen nach der US-Prüfnorm UL 94 (Underwriters Laboratories) erreicht es die beste Klassifizierung V-0 bei 0,4 Millimeter Prüfkörperdicke. Bauteile aus dem Compound zeigen gute Oberflächen, die gemäß Thermodesorptionsmessungen nach VDA 278 zudem sehr emissionsarm sind.

Askoll nutzt den Werkstoff bei den E-Scootern für das Gehäuse der Batteriezellen. Er substituiert eine bisherige Materiallösung auf Basis eines Polycarbonat+ABS-Blends. „Den Ausschlag für unser Material gab neben seiner Verzugsarmut und hohen Flammwidrigkeit, dass es die strengen Anforderungen in puncto chemischer Resistenz, Wärmestabilität und Schlagzähigkeit erfüllt. Außerdem lässt es sich in einem sicheren Prozess per Ultraschall schweißen“, erläutert Fabio Passeri, beim Lanxess-Geschäftsbereich HPM Sales Manager für die Region Italien/Schweiz.

Kaum Alterung unter Licht- und Feuchteeinfluss

Bei den beiden E-Bikes findet das Compound bei der Herstellung der Batteriegehäuse und -rahmen in einer für Askoll entwickelten weißen und schwarzen Einfärbung Verwendung. Ersetzt wird ein glasfaserverstärktes und flammgeschütztes PBT mit UL 94 V-0-Einstufung. Für den Blend-Werkstoff des Chemiekonzerns sprach seine hohe Beständigkeit gegen Licht und Feuchtigkeit. Er erfüllt daher die geforderten Bewitterungstests nach den Bedingungen der Norm ISO 4892-3. Passeri: „Dank der hohen Farbstabilität kann auf eine separate UV-Schutzlackierung der Bauteile verzichtet werden, was beträchtliche Kosteneinsparungen ermöglicht.“ Die gute Witterungsstabilität stellt außerdem sicher, dass das hohe mechanische Eigenschaftsniveau des Blends unter Licht- und Feuchteeinfluss sehr lange erhalten bleibt. Das bestätigen Tests am Fertigteil nach verschiedenen Standards für die Sicherheit von Batterien und Akkumulatoren sowie E-Bikes wie etwa UN 38.3, IEC 62133 und UNI EN 15194.

 

K 2016 Halle 6 Stand C76

Über den Autor

Michael Fahrig

ist Pressesprecher Fachmedien bei Lanxess, Köln.