Update der Marktübersicht zu Mischern und Dosierern

Die Marktübersicht Mischer und Dosierer führt zahlreiche Hersteller und Anbieter auf, darunter auch welche von Walzendosierern, wie hier im Bild. (Bildquelle: Tschritter)

Neue Einsatzgebiete für Misch-, Förder- und Dosiersysteme für riesel- und nicht rieselfähige Schüttgüter für den Einsatz auf und hin zu Kunststoff-Verarbeitungsmaschinen sind aufgrund der Vorgabe in der Fragestellung zu diesem Thema nur schwerlich zu benennen. Auch das von Werner Koch Maschinentechnik, Ispringen, angeführte Gebiet fällt unter diese Definition und ist doch eine neue Verwendung im Hinblick auf das erzeugte Produkt. Es betrifft die Materialversorgung von Extrudern zur Herstellung von Filamenten für den 3D-Druck. Tschritter, Dorfprozelten, greift das Thema unter dem Gesichtspunkt auf, dass „immer kürzere Produktzyklen und ein schneller Wechsel von Formen und Farben in der Kunststoff­industrie vom Verbraucher gefordert werden.“ Diesem Trend folgen die Hersteller der hier behandelten Geräte und Systeme „und machen schnelle Form- und Materialwechsel möglich. Den aktuellen Bio- und Nachhaltigkeitstrends folgend, werden vermehrt auch Bio-Kunststoffe und Naturmaterialien in der bisher Erdöl basierten Verarbeitung angewendet. Dies führt zu neuen Produkten, aber auch zu neuen Problemen, denen sich die Kunststoffindustrie mit neuen Entwicklungen stellt.“ Als Beispiel für eine derartige Problemlösung verweist Tschritter darauf, dass „bei der PET-Preform-Herstellung Farbpigmente in Holcobatches eingebettet werden, um den Problemen der Pulverdosierung aus dem Weg zu gehen.“ Holcobatches sind Farbbatches mit Wachs als Trägermaterial. Sie „ermöglichen schnellen Farbwechsel und vereinfachen die Reinigung.“ Zur Verarbeitung dieser Batches wurde „ein Gerät entwickelt, das einerseits Holcobatches in Kleinstmengen dosieren kann und andererseits dem niedrigen Schmelzpunkt des Produktes durch Kühlung im Zufluss-Kanal Rechnung trägt. Eine besondere Misch- und Stopfeinheit (Schnecke) verhindert eine Entmischung des Materials und führt es durch Druck der Schnecke der Verarbeitungsmaschine zu. Die Station, in der die Neuware beziehungsweise das Regrind-Material gefördert und dosiert wird, kann optio­nal mit Heizmanschetten ummantelt werden. Dies spart Energie und macht eine längere Verweildauer im Gerät bei geringer Abnahme der Verarbeitungsmaschine möglich.“


Marktübersicht Misch-, Förder- und Dosiertechnik

Die Marktübersicht enthält das Portfolio von 48 Anbietern von Mischern und Dosierern. Diese lassen sich nach Einsatzzweck sortieren, etwa für Extrusion, Spritzgießen und Recycling, oder anhand des Dosiererverfahrens. Ebenso lassen sich die gewünschte Durchsatzmenge oder -geschwindigkeit festlegen, unpassende Dosierer und Mischer fallen sofort raus. Alle infrage kommende Produkte lassen sich mit einem Klick miteinander vergleichen. Starten Sie den Vergleich und finden Sie den richtigen Anbieter.

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Industrie 4.0 bei der Maschinenversorgung

Zur Gerätetechnik gilt die Losung „Ready for Industrie 4.0“, wie Motan-Colortronic, Friedrichsdorf, schreibt und damit darauf verweist, dass hier „die Vernetzbarkeit der Steuerungen zum Beispiel über OPC-UA-Schnittstellen wichtig ist.“ Tschritter schreibt hierzu, dass „nur durch eine intelligente Automatisierung und abgestimmte Prozessführung die Industrie 4.0 erreicht werden kann. Dazu gehört in hohem Maße die Digitalisierung. Vom Computerentwurf und der Ausarbeitung der Form über die Kontrolle der Prozessketten, der Be- und Verarbeitung bis zum Versand des fertigen Werkstücks ist ohne den Einsatz hochkomplexer Computer- und Steuerungstechnik nicht zu denken. Dieser Trend wird sich dahingehend verstärken und in der Zukunft eine Einzel- oder Kleinserienfertigung auf Endverbraucher-Wunsch hin ermöglichen. Der 3D-Druck und ähnliche Verfahren machen dies heute schon möglich.“

Update der Marktübersicht zu Mischern und Dosierern

Ebenfalls in der Marktübersicht Mischer und Dosier zu finden: Hersteller und Anbieter von manuellen Sackschütten (Bildquelle: Werner Koch)

Auch für Wittmann Kunststoffgeräte, Wien, Österreich, ist Industrie 4.0 das Schlagwort, das beispielsweise „zur Vermeidung von Fehlern beitragen kann. Ist die Gravimetrie mit der Spritzgießmaschine verbunden, können zu den Spritzdaten für ein jeweiliges Werkzeug auch die Dosierparameter hinterlegt werden. Wird nun ein neues Werkzeug aufgespannt und wird dessen Datensatz eingelesen, stellt die Gravimetrie sofort auf die richtige Rezeptur um.“ Die Gravimetrie arbeitet bei Wittmann mit vertikalen pneumatischen Dosierventilen, die eine wiederholbare und genaue Dosierung dadurch realisieren, dass „die Komponenten während des Dosiervorgangs nacheinander verwogen werden.“ Zu einer derartigen „gravimetrischen Chargendosierung“, auf deren Basis heute laut Bolder Automation, Limburg, „die meisten Anlagen zur Gemischdosierung von Kunststoffen arbeiten“, schreibt diese Firma weiter, dass „für gut fließende Kunststoffe ein Verfahren verwendet“ wird, „das einen hohen Materialdurchsatz ermöglicht. Die Dosierung der einzelnen Komponente erfolgt hierbei zeitgesteuert: Erst wenn das Material im Wägetrichter zur Ruhe gekommen ist, wird das tatsächlich ausdosierte Gewicht gemessen. Abweichungen zum Sollgewicht werden wiederum in eine Zeitdifferenz umgerechnet, die bei der nächsten Dosierung berücksichtigt wird. Diese Korrektur sorgt für ein ausgeglichenes und genaues Ergebnis. Aus diesem Grund wird der Mischtrichter immer mit mehreren Chargen befüllt.“

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Über den Autor

Prof. Dr. Werner Hoffmanns

ist freier Mitarbeiter des Plastverarbeiter.

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