Steuerungstechnik erhöht Anlagenverfügbarkeit

Die Umrichter können gleichzeitig Energie einspeisen sowie generatorische Energie in das Netz zurückspeisen. (Bildquelle: Siemens)

Das französische Unternehmen Serge Ferrari, Hersteller von Compositmembranen, modernisiert sukzessive seine Anlagen. Bei der Sanierung der Folien-Beschichtungsanlagen im Werk Eglisau, Schweiz, setzt das Unternehmen auf Steuerungs- und Antriebstechnik von Siemens, Nürnberg. Composit-Materialien werden vielfältig eingesetzt: zum Beispiel in Möbeln im Innen- und Außenbereich, etwa für Sitzunterlagen für Konferenzen, in Yachten, Kreuzfahrtschiffen oder Wartehallen, oder in Unterspannbahnen an Hausdächern. Bei der Modernisierung im Werk Eglisau von Serge Ferrari wurde die Antriebs- und Steuerungstechnik der Folien-Beschichtungsanlagen erneuert. „Die alten Gleichstrommotoren erfüllten die Anforderungen an die Stabilität der Anlage nicht, und der Support durch den Antriebslieferanten war nicht mehr zufriedenstellend“, erklärt Ernst-Peter Schneider, Leiter Technik/Instandhaltung. „Zudem entsprach die Steuerung nicht mehr den heutigen Produktionsanforderungen, verlangt doch der Markt eine immer häufigere und schnellere Umrüstung der Anlage auf unterschiedliche Produkte. Darüber hinaus sollte die Energieeffizienz der Maschinen gesteigert werden.“

Steuerungstechnik erhöht Anlagenverfügbarkeit

Die Folien-Beschichtungsanlage wurde mit 18 Linienantrieben von Siemens mit Leistungen zwischen 1,1 und 7,5 kW erneuert. (Bildquelle: Siemens)

Energieeffiziente rückspeisefähige Antriebe

Die zuletzt modernisierte Folien-Beschichtungsanlage wurde durch 18 Linienantriebe von Siemens mit Leistungen zwischen 1,1 und 7,5 kW erneuert. „Mit der Umrüstung auf die rückspeisefähigen S120-Active-Line-Antriebe hat sich die Energieeffizienz erhöht. Zudem weisen die eingesetzten Asynchronmotoren der Effizienzklasse IE2 einen besseren Wirkungsgrad auf als die ersetzten Gleichstromantriebe“, sagt Marcel Brugger, Betriebsleiter Produktion/Technik. Die Sinamics S120-Active-Line-Module können gleichzeitig Energie einspeisen sowie generatorische Energie in das Netz zurückspeisen. Die eingesetzten Getriebe- und Asynchronmotoren der Effizienzklasse IE2 (High Efficiency) haben Wirkungsgrade bis zu 88,7 Prozent. Da beim Beschichten der Folien entzündbare Lösungsmitteldämpfe auftreten, entsprechen die Getriebe in den Explosions-Zonen 1 und 2 zudem den Atex-Richtlinien. Die zugehörigen Motoren sind in der Zündschutzart Druckfeste Kapselung ausgeführt. Zusätzlich werden die Lösungsmitteldämpfe über Abluftrohre abgesaugt und in die regenerative Reinigungsanlage geleitet.

Synergien durch Vereinheitlichung

Bei den Steuerungen ersertzten Simatic-S7-Steuerungen die alte Analogtechnik. Als Steuerungen und Bedienpanels setzt Serge Ferrari in den sanierten Folien-Beschichtungsanlagen damit auf die gleichen Standardgeräte. Das verringert die Lagerhaltung, und die Ausbildung des Bedien- und Instandhaltungspersonals wird vereinheitlicht. Die Firma Prola, Emmenbrücke, Schweiz, unterstützte die Unternehmen bei der Erneuerung der Steuerungstechnik. „Die Programmierung erfolgte klassisch mit Step 7 und Win CC“, erklärt Patrick Venzin, Projektverantwortlicher bei Prola. „Über die Entwicklungsstation mit Remote-Zugriff können wir jederzeit Unterstützung bei Problemen und Störungen anbieten sowie Updates bei laufendem Betrieb ausführen.“

Schneider ist mit dem Ergebnis der Modernisierung zufrieden: „Die Stabilität der Anlage ist wesentlich höher als vorher. Wir können flexibler auf Störungen, wie etwa einen Bandriss, reagieren. Zudem hat die Möglichkeit, mit vordefinierten Rezepturen zu fahren, den Betrieb stark vereinfacht.“

Über den Autor

Miriam Schaller

ist Pressereferentin bei Siemens Schweiz in Zürich.