Die defekte TDI-Anlage verursacht der BASF Probleme.

Die Ergebnisse der BASF für das 2. Quartal 2016 fallen je nach Segment sehr unterschiedlich aus. (Bildquelle: BASF)

Zwei Drittel des Rückgangs entfallen auf Portfolioeffekte (minus 16 Prozent). Maßgeblich hierfür war die Devestition des Gashandels- und Gasspeicher-Geschäfts im Rahmen des Ende September 2015 erfolgten Tauschs von Vermögenswerten mit Gazprom. Zudem führten niedrigere Rohstoffpreise vor allem bei Chemicals zu rückläufigen Verkaufspreisen (minus 7 Prozent). Zum leichten Absatzwachstum (2 Prozent) trugen alle Segmente bis auf Agricultural Solutions bei. Im Chemiegeschäft, mit den Segmenten: Chemicals, Performance Products und Functional Materials & Solutions – stiegen die Mengen um 4 Prozent. Alle Bereiche verzeichneten negative Währungseffekte (minus 3 Prozent).

Ein deutlich höheres Ergebnis im Chemiegeschäft konnte die signifikant geringeren Beiträge von Oil & Gas nicht kompensieren. Das Ebit nahm, verglichen mit dem Vorjahresquartal, um 321 Mio. EUR auf 1,7 Mrd. EUR ab. Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter verringerte sich um 173 Mio. EUR auf 1,1 Mrd. EUR.

Ausblick für das Jahr 2016

Für 2016 erwartet das Unternehmen weiterhin herausfordernde Rahmenbedingungen und erhebliche Risiken. Die Erwartungen bezüglich der weltweiten wirtschaftlichen Entwicklung für 2016 bleiben unverändert:

  • Wachstum des Bruttoinlandsprodukts: 2,3 Prozent
  • Wachstum der Industrieproduktion: 2,0 Prozent
  • Wachstum der Chemieproduktion: 3,4 Prozent
  • US-Dollar-Wechselkurs von durchschnittlich 1,10 US-Dollar/EUR
  • Ölpreis der Sorte Brent von 40 US-Dollar/Barrel im Jahresdurchschnitt

„Wir bestätigen unsere Prognose 2016 für Umsatz und Ebit vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe: Den Absatz wollen wir steigern. Vor allem infolge der Devestition des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts sowie der gesunkenen Öl- und Gaspreise wird der Umsatz der Gruppe jedoch deutlich sinken. Wir erwarten nach wie vor ein EBIT vor Sondereinflüssen der BASF-Gruppe, das leicht unter dem Wert von 2015 liegt“, erklärt Dr. Kurt Bock, Vorsitzender des Vorstands des Ludwigshafener Konzerns.

„Unser Ausblick für 2016 bleibt im derzeitigen volatilen und herausfordernden Umfeld ein unverändert anspruchsvolles Ziel und ist insbesondere von der weiteren Entwicklung des Ölpreises abhängig. Vor diesem Hintergrund konzentrieren wir uns weiter auf Kosteneinsparungen und Restrukturierungsmaßnahmen, die bereits im 1. Halbjahr 2016 gegriffen haben. Unsere jüngsten Portfoliomaßnahmen werden zum mittel- und langfristigen Erfolg unseres Unternehmens beitragen“, so Bock weiter.

Entwicklung der Segmente

Im Segment Chemicals ging der Umsatz verglichen mit dem 2. Quartal 2015 um 15 Prozent auf 3,4 Mrd. EUR zurück. Wesentlich hierfür waren in allen Bereichen die niedrigeren Preise aufgrund gesunkener Rohstoffkosten. Insbesondere bei Intermediates, aber auch in den übrigen Bereichen, stieg der Absatz. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm margenbedingt um 81 Mio. EUR ab und lag bei 467 Mio. EUR. Die Fixkosten blieben auf dem Niveau des Vorjahresquartals. Im 1. Halbjahr sank der Umsatz um 17 Prozent auf 6,5 Mrd. EUR. Das Ebit vor Sondereinflüssen verringerte sich vor allem aufgrund gesunkener Margen um 342 Mio. EUR auf 932 Mio. EUR.

Der Umsatz im Segment Functional Materials & Solutions verringerte sich um 4 Prozent verglichen mit dem 2. Quartal 2015 und lag bei 4,7 Mrd. EUR. Hauptgrund waren auch hier rückläufige Verkaufspreise, vor allem infolge der gesunkenen Edelmetallnotierungen. Negative Währungseffekte minderten den Umsatz in allen Bereichen. Der Absatz stieg vor allem in der Automobil- und Bauindustrie. Das Ebit vor Sondereinflüssen verbesserte sich in allen Bereichen deutlich, insbesondere bei Performance Materials. Das Ebit vor Sondereinflüssen im Segment stieg daher um 77 Mio. EUR auf 535 Mio. EUR. Im 1. Halbjahr verringerte sich der Umsatz um 4 Prozent auf 9,1 Mrd. EUR. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm im Vergleich zum 1. Halbjahr 2015 um 102 Mio. EUR zu und lag bei 991 Mio. EUR.

Der Umsatz im Segment Oil & Gas sank im Vergleich zum 2. Quartal 2015 um 83 Prozent auf 617 Mio. EUR. Durch den Tausch von Vermögenswerten mit Gazprom entfielen im 2. Quartal 2015 erzielte Umsätze von 3 Mrd. EUR. Zusätzlich belasteten die niedrigeren Öl- und Gaspreise den Umsatz. Die Produktion stieg insgesamt und vor allem in Norwegen. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging um 337 Mio. EUR auf 94 Mio. EUR zurück. Wesentlich hierfür waren die gesunkenen Preise und die entfallenen Beiträge des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts. Im 1. Halbjahr sank der Umsatz des Segments im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 86 Prozent auf 1,2 Mrd. EUR. Das Ebit vor Sondereinflüssen ging um 708 Mio. EUR auf 160 Mio. EUR zurück.

Bei Performance Products nahm der Umsatz im Vergleich zum 2. Quartal 2015 um 6 Prozent auf 3,8 Mrd. EUR ab. Die Verkaufspreise sanken insbesondere durch geringere Rohstoffkosten, aber auch durch den anhaltenden Preisdruck im Arbeitsgebiet Hygiene. Mehrere Devestitionen im Jahr 2015 sowie negative Währungseinflüsse wirkten ebenfalls umsatzmindernd. Der Absatz nahm zu. Aufgrund verringerter Fixkosten, verbesserter Margen in allen Bereichen sowie höherer Mengen stieg das Ebit vor Sondereinflüssen gegenüber dem Vorjahresquartal um 199 Mio. EUR auf 503 Mio. EUR. Im 1. Halbjahr nahm der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6 Prozent auf 7,6 Mrd. EUR ab. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm um 231 Mio. EUR auf 1,1 Mrd. EUR zu.

In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld ging der Umsatz im Segment Agricultural Solutions im Vergleich zum Vorjahresquartal um 13 Prozent auf 1,5 Mrd. EUR zurück. Niedrigere Mengen und negative Währungseffekte waren hierfür ausschlaggebend. Die Preise stiegen leicht. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm vor allem aufgrund der geringeren Verkaufsmengen um 45 Mio. EUR auf 320 Mio. EUR ab. Im 1. Halbjahr ging der Umsatz um 9 Prozent auf 3,2 Mrd. EUR zurück. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm um 28 Mio. EUR auf 911 Mio. EUR ab.

Bei Sonstige nahm der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 36 Prozent ab und lag bei 485 Mio. EUR. Maßgeblich hierfür waren vor allem geringere Preise und Mengen im Rohstoffhandel. Das Ebit vor Sondereinflüssen verringerte sich um 149 Mio. EUR auf -212 Mio. EUR, dies insbesondere durch Bewertungseffekte für das Long-Term-Incentive-Programm. Im 1. Halbjahr nahm der Umsatz bei Sonstige gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf 962 Mio. EUR ab. Das Ebit vor Sondereinflüssen verbesserte sich unter anderem durch ein höheres Währungsergebnis um 245 Mio. EUR auf -431 Mio. EUR.

(ml/pb)