Illig gibt einen Ausblick auf die Entwicklung des Thermoformens

Karl Schäuble, Kaufmännischer Geschäftsführer von Illig: „Wir gehen davon aus, dass auch in Zukunft bei hohen Losgrößen und ausgeprägter Automatisierung die Steigerung der Taktzahl bei Illig-Linien von großer Bedeutung ist.“ (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Den hohen Auftragseingang der letzten zwölf Monate, dem höchsten in der 70-jährigen Firmengeschichte, führt Karl Schäuble, Kaufmännischer Geschäftsführer des Heilbronner Thermoform-Maschinenherstellers Illig, vor allem auf die in den letzten drei Jahren vorgestellten Neuentwicklungen zurück. Diese hätten außergewöhnlich gute Resonanz bei den langjährigen Kunden gefunden, insbesondere die IML-Technologie. Hinzu komme die Absatzsteigerung in den außereuropäischen Märkten und eine steigende Nachfrage nach Verpackungsmaschinen wie die HSA-, BSA- und FFS-Linien. Schäuble führt weiter aus: „Aufgrund der positiven Entwicklung in den außereuropäischen Märkten haben wir 2015 eine Verkaufsniederlassung in Südamerika installiert und Ende letzten Jahres ein Montagewerk in Indien in Betrieb genommen. Derzeit überarbeiten wir unsere Servicekonzepte in weiteren Märkten. Damit tragen wir einerseits den dortigen Anforderungen Rechnung und stellen aber auch fest, dass sich zahlreiche europäische Kunden mit der Produktion in außereuropäischen Märkten befassen. Insbesondere bei Servicefragen können wir unsere Unterstützung anbieten.“

Illig gibt einen Ausblick auf die Entwicklung des Thermoformens

Nahezu 100-Prozent-Kontrollen bei den Formteilen ermöglichen umfangreiche Datenanalysen, um weitere Einflussgrößen beim Extrudieren oder Thermoformen zu identifizieren und um Verschleiß oder Fehlfunktionen der Anlagen frühzeitig zu erkennen. (Bildquelle: Illig)

Technischer Ausblick: Taktzahl erhöhen

Schäuble sieht in den kommenden Jahren Entwicklungsschwerpunkte in der Automatisierung und dem hygienischen Produzieren. „Wir gehen davon aus, dass auch in Zukunft bei hohen Losgrößen und ausgeprägter Automatisierung die Steigerung der Taktzahl bei Illig-Linien von großer Bedeutung ist. Dies wird sich auch daraus ergeben, dass wir die Geschwindigkeiten im Thermoform- und Stanzprozess weiter steigern werden, da sich die Qualität und Reproduzierbarkeit der Formteile dadurch weiter verbessern lässt.“ Zu diesem Ziel tragen auch installierte kameragestützte Qualitätssicherungssysteme bei, die Informationen über Maschinenstillstände und Fehlfunktionen erfassen. Nahezu 100-Prozent-Kontrollen bei den Formteilen ermöglichen umfangreiche Datenanalysen, um weitere Einflussgrößen beim Extrudieren oder Thermoformen zu identifizieren und um Verschleiß oder Fehlfunktionen der Anlagen frühzeitig zu erkennen. Schäuble ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir durch Optimierungen bei den sogenannten geplanten Stillstandszeiten die produktive Laufzeit von Thermoformanlagen beträchtlich steigern können.“ Illig müsse auch der Tendenz begegnen, dass die Losgrößen für Packmittel in vielen Bereichen kleiner werden, was kürzere Rüstzeiten verlange. Nicht unwesentlich seien heute Reinigungsintervalle um den steigenden Hygieneanforderungen Rechnung zu tragen. Hier werde das Unternehmen Lösungen entwickeln, damit die Staubentwicklung beim Transport der Folie in der Maschine oder beim Stanzen beziehungsweise der Fett- und Öleintrag vermindert werde.

Illig gibt einen Ausblick auf die Entwicklung des Thermoformens

Hinsichtlich IML-Technologie auf Basis des Thermoformens bietet das Unternehmen mit der Maschinenbaureihe RDML eine Lösung an, die die Dekoration nahezu aller Becherformen ermöglicht. (Bildquelle: Illig)

Neuer Vakuumformautomat

Mit der Neuvorstellung des Vakuumformautomaten RV 74d sind nun alle Maschinen aus den Baureihen RV und RD auf dem modernsten technischen Stand. Gleiches gilt auch für die Baureihen RDK und RDKP, die auch mit der im letzten Jahr vorgestellten Durchfallstanze Stal 90 kombiniert werden können. Die Druckluftformer der RDM-K-Baureihe bieten hinsichtlich Reproduzierbarkeit des Thermoformprozess und dessen Regelung Lösungen, welche Illig nach eigenen Angaben als derzeit einziger Maschinenbauer realisieren kann. Mit der RDM 76K zeigt das Heilbronner Unternehmen eine Antriebslösung, die in Verbindung mit Leichtbauwerkzeugen die Standzeit der schneidenden Elemente bei hohen Ausbringungsmengen steigert.

Hinsichtlich IML-Technologie auf Basis des Thermoformens bietet das Unternehmen mit dem Maschinentyp RDML 70b eine standardisierte Lösung an, die die Dekoration nahezu aller Becherformen ermöglicht. Die gleiche Technologie kommt auch bei der Form-, Füll- und Schließmaschine FSL 48 zum Einsatz. Auch bei den Vakuum- und Druckluftformautomaten bietet das Unternehmen Lösungen zum Produkthandling beziehungsweise Stapeln an.