Kautschukindustrie ist trotz Umsatzsteigerung nicht sorgenfrei

WDK-Bericht zur Kautschukindustrie 2015
(Bildquelle: longquattro – fotolia.com)

Die Reifenhersteller verzeichnen zwar Umsatz- und Absatzzuwächse, das Reifenersatzgeschäft bleibt aber im langjährigen Vergleich schwach. Die Hersteller von Technischen Elastomer-Erzeugnissen (TEE) profitieren im Wesentlichen von anziehenden Auslandsgeschäften. Die ausländischen Standorte der deutschen Kautschukverarbeiter gewinnen an Bedeutung. Die Inlandsproduktion sinkt um knapp 1 %. Nach Jahren des Beschäftigungsaufbaus fällt der Saldo von Neueinstellungen und Entlassungen von Mitarbeitern erstmals wieder negativ aus.

Für 2016 erwartet die Branche ein sehr moderates Umsatzplus von etwa 1,0 %. Nachdem die Nachfrage nach Produkten der deutschen Kautschukindustrie – vornehmlich Technischen Elastomer-Erzeugnissen – aus den wichtigen Auslandsmärkten in Westeuropa in den vergangenen Jahren rückläufig war, zogen insbesondere in der zweiten Jahreshälfte von 2015 die Auftragseingänge aus dieser, sich erholenden, Region spürbar an. Daraus und kombiniert mit einer robusten Nachfrage des starken Handelspartners USA ergab sich ein Plus beim Exportumsatz der Branche, der den moderaten  Inlandsumsatz übertraf. In Summe konnte die deutsche Kautschukindustrie den Umsatz um 2,2  % auf 11,56 Mrd. EUR ausweiten.

Der Inlandsumsatz stieg um 1,9 % auf 7,97 Mrd. €. Ausschlaggebend waren gestiegene Reifenabsätze sowohl an die Fahrzeugindustrie als auch an den Endverbraucher. Der Auslandsumsatz erhöhte sich um 2,7 % auf 3,60 Mrd. EUR, maßgeblich beeinflusst durch spürbare Zuwächse in Europa.

Ungeachtet einer rückläufigen Nachfrage in Südamerika und Russland verzeichnete das Auslandsgeschäft mit TEE eine recht hohe Dynamik. Dabei hatte auch die einsetzende Schwächephase der chinesischen Volkswirtschaft kaum negative Auswirkungen auf die Absätze der deutschen Kautschukverarbeiter. Durch Expansion konnten zusätzliche Wachstumsimpulse gesetzt werden. Für die Automobilzulieferer entwickelten sich die Geschäfte mit den USA und Mexiko, auch dank des Währungsvorteils, hervorragend. Die Auslandsumsätze der non-automotiven Anbieter profitierten von verbesserten Konjunkturentwicklungen in Westeuropa. Insgesamt erhöhte sich der Auslandsumsatz der Hersteller von TEE um 4,4 % gegenüber dem Vorjahr auf 2,61 Mrd. EUR. Die Exportquote stieg auf 41,1 %.

Die Frühindikatoren der Branche, Geschäftsklima und Auftragseingänge, weisen zum Jahresstart 2016 auf eine wirtschaftliche Seitwärtsbewegung hin. Die Rohstoffpreise  dürften den unteren Rand erreicht haben. Die Wachstumsprognosen der deutschen Wirtschaftsforschungs-Institute für die Gesamtkonjunktur liegen zwar zwischen 1,5 und 2 % BIP-Zuwachs, die Produktionsprognosen der wichtigsten Abnehmerbranchen besagen aber Stagnation im Maschinenbau sowie leichten Rückgang in der inländischen Fahrzeugfertigung. So ist für die deutsche Kautschukindustrie 2016 ein Umsatzplus von nur etwa 1 % und damit eine Halbierung des Wachstums des Jahres 2015 zu erwarten.

 

[ega]