1. Injection Compression Moulding (ICM) Days für Verpackungsexperten

Netstal veranstaltete im Januar 2016 im französischen Castelnaudary mit Plastisud und Machines Pagès zum ersten Mal die ICM-Technology-Days für Verpackungsexperten. Neben Fachvorträgen gehörten Live-Demonstrationen Veranstaltungsprogramm. (Bildquelle: Netstal)

Über 120 Teilnehmer begrüßten die drei Technologie-Partner Netstal, Plastisud und Machines Pagès Mitte Januar in den Hallen des französischen Werkzeugherstellers Plastisud. „Ziel war es, interessierten Kunden gemeinsam die Vorteile und Potenziale dieser Technologie aufzuzeigen. Dies ist uns mit dieser Veranstaltung gelungen“, resümierte Markus Dal Pian, Vice President Sales & Marketing bei Netstal. Auf Basis dieses Erfolges wollen die Unternehmen 2016 weitere ICM-Technologie-Tage stattfinden.

Injection Compression Moulding (ICM) im Detail

Thomas Iten, Leiter Anwendungstechnik Packaging bei Netstal, erläuterte das Grundprinzip der Spritzpräge-Technologie. Neben der Gewichtsersparnis und der Realisierung von hohen Fließweg/Wandstärken-Verhältnissen, stellte Iten in seinem Vortrag die spannungsarme und somit verzugsfreie Bauteilherstellung in den Vordergrund. Durch niedrigere Schließkräfte lassen sich beim Spritzpräge-Verfahren im Vergleich zum klassischen Spritzguss weiterhin kleinere und somit effizientere Produktionssysteme einsetzen. “Die maschinenseitigen Erfolgsfaktoren liegen neben der hohen Einspritzleistung und notwendigen Dosiergenauigkeit auch in der hohen Plattenparallelität und dem dynamischen Zusammenspiel der Spritz- und Schließseite“, betonte Iten. Stéphane Zoppi, Engineering Director bei Plastisud, erklärte wichtige Details der Kernzentrierung, Kavitätenabdichtung sowie der exakten Positionierung der Mittelplatte eines Etagenwerkzeugs.

Live-Demo: Margarinebecher mit IML-Dekoration

Anhand der Produktion von Margarinebechern im Standardformat 15oz (425 Gramm) mit IML-Dekoration, gefertigt auf einer ELION 2800-2000 Hybrid und mit einer Zykluszeit von gut fünf Sekunden wurde auf der Veranstaltung die Technologie eindrücklich präsentiert. Die Labels wurden von der Firma Coveris Decorative aus Frankreich geliefert. Der Prozess fand in einem Plastisud-Etagenwerkzeug mit 4+4 Kavitäten statt. Durch die kurze Einspritzzeit von 100 ms erfolgt die Teilebefüllung der Kavitäten schnell und doch gleichmäßig, jedoch bei niedrigem Druck, um Spannungen im Material zu verhindern. Die Qualität der Plattenparallelität ermöglicht eine Synchronizität von 99,98 Prozent zwischen Werkzeug, Maschine und Automatisation. Darüber hinaus wurden einige Einfach-Pilot-Werkzeuge mit und ohne IML-Dekoration vorgeführt. Die Herstellung eines 1100 ml Rund-Containers im Spritzpräge-Verfahren beeindruckte die geladenen Gäste ebenso. Der Rund-Container wies ein hohes Fließweg/Wandstärken Verhältnis von 412:1 aus.

(dl)