Gerresheimer wächst um 7 Prozent

Der Umsatz von Gerresheimer, Hersteller von Pharmaverpackungen und Medizintechnik, stieg im Geschäftsjahr 2015 vor allem aufgrund des Zukaufs von Centor, einem US-amerikanischen Verpackungshersteller. (Bildquelle: Gerresheimer)

Organisch wuchs Gerresheimer im vergangenen Geschäftsjahr um 1,5 Prozent auf 1,38 Mrd. EUR. Umsatzzuwächse erreichte das Unternehmen insbesondere mit pharmazeutischen Kunststoffverpackungen und Produkten zur sicheren und einfachen Verabreichung von Medikamenten wie Insulin-Pens, Diabetiker-Stechhilfen und Asthma-Inhalatoren. Das Geschäft mit pharmazeutischen Primärverpackungen aus Glas entwickelte sich nach einem schwachen Start in den USA im Laufe des Jahres besser.

Das operative Ergebnis (Adjusted EBITDA) stieg im Geschäftsjahr 2015 auf 277,9 Mio. EUR, währungsbereinigt auf 271,9 Mio. EUR. Ohne Berücksichtigung der Akquisition von Centor betrug das Adjusted EBITDA 262,4 Mio. EUR. Das Konzernergebnis stieg infolge verbesserter operativer Ertragskraft wie auch infolge der Zuflüsse aus dem Verkauf des Röhrenglasgeschäfts um 54,6 Prozent auf 112,7 Mio. EUR.

Transaktionen im Geschäftsjahr 2015

Im Geschäftsjahr 2015 führte Gerresheimer zwei große Transaktionen durch. Mit dem Kauf von Centor wurde das langjährige Vorhaben umgesetzt, sich im Bereich pharmazeutischer Kunststoffverpackungen in den USA stärker aufzustellen. Centor ist der Marktführer bei Kunststoffbehältern, die von amerikanischen Apotheken zur Verpackung von verschreibungspflichtigen Tabletten verwendet werden.

Darüber hinaus verkaufte Gerresheimer die eigene Fertigung des Vorproduktes Röhrenglas. Im Zuge dessen schloss das Unternehmen einen langfristigen Liefervertrag für dieses Röhrenglas ab und gründete zugleich ein Joint-Venture für zukünftige Innovationen im Bereich Pharmaglas. Vor den beiden Transaktionen wurde die aus dem Jahr 2011 stammende Rahmenfinanzierung im Juni 2015 mittels einer revolvierenden Kreditlinie über 450 Mio. EUR refinanziert. Den Zukauf von Centor finanzierte das Unternehmen im Wesentlichen über eine Schuldscheinemission über 425 Mio. EUR im November 2015. Damit stieg der Verschuldungsgrad, als Verhältnis der Nettofinanzschulden zum Adjusted EBITDA, bis Ende November 2015 auf 2,9. Der Vorjahreswert lag bei 1,7. Ziel des Unternehmens ist es, die Verschuldung schnellstmöglich wieder zu reduzieren.

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2016 erwartet das Unternehmen einen währungsbereinigten Konzernumsatz von rund 1,5 Mrd. EUR. Das entspricht einem währungsbereinigten Umsatzwachstum von rund 9 Prozent im Vergleich zum Geschäftsjahr 2015 und einem organischen Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent. Für das Adjusted EBITDA rechnet Gerresheimer im Geschäftsjahr 2016 mit einem Anstieg auf rund 320 Mio. EUR. Das Investitionsvolumen des Geschäftsjahres 2016 wird voraussichtlich nur noch rund 8 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen betragen und somit am unteren Ende des zuvor gewählten Ziels von 8 bis 9 Prozent des Umsatzes zu konstanten Wechselkursen für die Geschäftsjahre 2016 bis 2018 liegen.

(dl)