Industrie und Forschung profitieren vom Leichtbau

Als Vorbild für Konzept-Leichtbau führte Seeliger etwa die Radaufhängung beim Porsche 918 Spyder an. Dabei wurden die Funktionen von Radträger, Radnabe, Radlager und Gelenkwelle integriert, was an den Achsen acht Kilogramm Gewicht einspart.
(Bildquelle: Leichtbau BW)

„Die Potenziale des konventionellen Leichtbaus sind zumindest in der Automobilindustrie bekannt und werden voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Fahrzeuggenerationen gehoben werden“, führte der Geschäftsführer von Leichtbau BW, Wolfgang Seeliger, an. „Nun steht mittelfristig ein grundsätzlicher Umbruch an, der einen Schwerpunkt auf Konzept-Leichtbau legt. Neuartige Konzepte im Leichtbau führen beispielsweise zu besseren Produkten mit höherer Leistungsfähigkeit, was sich auch in mehr Umsatz für die Unternehmen bemerkbar macht. Weitere wichtige Aspekte des Wandels im Leichtbau sind Prozess-Innovationen sowie eine Digitalisierung der Wertschöpfungskette.“

Als Vorbild für Konzept-Leichtbau führte Seeliger die Radaufhängung beim Porsche 918 Spyder an. Dabei wurden die Funktionen von Radträger, Radnabe, Radlager und Gelenkwelle integriert, was an den Achsen acht Kilogramm Gewicht einspart.

Ein anderes Anwendungsbeispiel kommt von Mapal, Aalen, das das 3D-Druckverfahren einsetzt, um sogenannte Außenreibahlen, Werkzeuge zur Bearbeitung von Wellen, gewichtsoptimiert und materialsparend in Serie zu produzieren. Neben der Gewichtseinsparung ermöglicht die Additive Fertigung auch Strukturdesigns, die mit anderen Verfahren nicht umzusetzen wären.

Die Vorteile einer durchgängigen Datenkommunikation entlang der gesamten Wertschöpfungskette liegen laut Seeliger in einer „drastisch verkürzten time-to-market“ durch schnellere Entwicklungszeiten. Auch seien bionische Strukturoptimierungen möglich wie etwa bei einem von Leiber, Emmingen-Liptingen, entwickelten Luftbalgträger, der durch Materialsubstitution weniger als halb so schwer ist wie sein Vorgängermodell.

„Dank der Leichtbauwerkstoffe und -materialien können wir heute mit weniger Gewicht höhere Belastbarkeit und bessere Funktionalität erreichen“, fasst der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Baden-Württembergs Wirtschaftsminister Nils Schmid, zusammen. „Damit erschließen sich nicht nur enorme wirtschaftliche Potenziale, wir können damit auch die Ressourceneffizienz erhöhen. Außerdem sichert die Leichtbaubranche viele hochwertige Arbeitsplätze und damit auch die industrielle Leistungsfähigkeit Baden-Württembergs.“

Technologietag Hybrider Leichtbau

Zur Vermarktung von Innovation im „Leichtbau aus Baden-Württemberg“ organisiert die Agentur Leichtbau BW unter anderem den Technologietag Hybrider Leichtbau – in enger Zusammenarbeit mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW), Carbon Composites Baden-Württemberg (CCBW) und Leichtbauzentrum Baden-Württemberg (LBZ). Die Konferenz mit begleitender Fachausstellung findet in diesem Jahr zum dritten Mal am 7. Juni 2016 in Stuttgart statt. Außerdem initiierte die Agentur ein Aus- und Weiterbildungsprogramm unter dem Motto Innovation lernen. Damit will sie den Fachkräftenachwuchs fördern.

(dl)