Zusammen mit Experten des NRW-Arbeitsministeriums und der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit sowie mit Personalverantwortlichen aus Unternehmen der Kunststoffindustrie fand ein intensiver Dialog zum Thema Flüchtlinge und Chancen in der Kunststoffindustrie statt. Sowohl Angebote, Erwartungen und Engagement aus Unternehmersicht als auch Informationen und Praxistipps der anwesenden Vertreter der Arbeitsverwaltung kamen zum Zuge. Die Unternehmensvertreter informierten sich zu rechtlichen Rahmenbedingungen und Unterstützungsangeboten und diskutierten angeregt über Chancen und Herausforderungen, Flüchtlinge als Arbeitskräfte in ihre Betriebe zu integrieren.

Freie Arbeitsstellen, Sprachkenntnisse und Integration Points

Bei der Veranstaltung wurde klar, dass gerade bei der mittelständischen Kunststoffindustrie eine außerordentliche Bandbreite an Arbeitsangeboten für Flüchtlinge bereitsteht – von einfachen Einstiegstätigkeiten als Produktionshelfer bis hin zu anspruchsvollen Leitungsaufgaben in der Produktion, die nach umfangreicher Aus- und Weiterbildung angestrebt werden können. Michael Hackler, Leiter Personalwesen bei Gerhardi Kunststofftechnik, beispielsweise verwies auf 13 freie Ausbildungsstellen in seinem Betrieb. Er unterstrich in diesem Zusammenhang aber auch die sprachliche Komponente als Voraussetzung, Flüchtlinge dauerhaft zu integrieren.

Ali Doğan, Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW und Sefer Öncel, Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit zeigten sich sehr interessiert und offen für die Anregungen und Wünsche der anwesenden Unternehmensvertreter. Sie verwiesen auf neue Möglichkeiten für Unternehmen bei der Zusammenarbeit, wie die neuen Integration Points, einem gemeinsamen Arbeitsmarktservice von Agentur für Arbeit, Jobcenter und Kommunen, um Verfahren zu verkürzen und zu vereinfachen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Inragekommende Arbeitgeber sind besonders in den ländlichen Regionen von NRW ansässig und haben verstärkt mit Fachkräftemangel zu kämpfen. Hier bietet sich für Flüchtlinge einen doppelte Chance: Es gibt nicht nur genügend Arbeitsplätze mit Perspektive, sondern die familiären Strukturen im Mittelstand begünstigen auch eine schnellere Integration und können einen starken Halt bedeuten.

Ansprechpartnerin bei Fragen rund um das Thema „Arbeitsmarkt und Flüchtlinge“ beim Verein Kunststoffland NRW: Marianne Lehner, Tel. 0211 210 940-16, lehner@kunststoffland-nrw.de.

(dl)