Mit neuen Getrieben

Doppelschneckenextruder (Bildquelle: Coperion)

Bisher fehlte laut VDMA-Fachverband Kunststoff- und Gummimaschinen ein einheitlicher Messstandard, um die Energieeffizienz von Extrudern zu ermitteln. Diese Lücke schließt der Verband mit dem VDMA-Einheitsblatt 24474. Um den Forderungen nach vergleichbaren Messergebnissen auf der einen und der Variabilität der Maschinen und Prozesse auf der anderen Seite gerecht zu werden, teilte der Verband die Empfehlung in zwei Teile:

Maschinenbezogener Energieverbrauch von Extrudern

Der erste Teil behandelt den reinen Extrusionsprozess, bei dem der Extruder den Kunststoff durch Heiz- und Antriebsenergie aufschmilzt und homogenisiert, also noch ohne die Formgebung durch ein Werkzeug. Auf diese Weise wird der Extruder klassifiziert. Dazu stehen mehrere Referenzpolymere zur Verfügung. Für diese ermittelte ein Labor die physikalisch notwendige Energie, um den Kunststoff zu erwärmen und zu schmelzen (Enthalpie). Der anhand der Messvorschrift ermittelte tatsächliche Energieverbrauch wird dazu ins Verhältnis gesetzt und damit eine Energieeffizienzklasse ermittelt.

Produktbezogener Energieverbrauch von Extrudern

Der zweite Teil des Einheitsblattes beinhaltet die primäre Formgebung und somit die Produkterstellung. Das umfasst alle Anlagenkomponenten nach der reinen Materialförderung bis zum Ausgang des Extrusionswerkzeuges. Die zu berücksichtigenden Energieverbraucher sind in dem Einheitsblatt inklusive Messmethode festgeschrieben. Das ermööglicht es, den produktbezogenen Energieverbrauch in Kilowattstunden pro Kilogramm verarbeitetem Kunststoff für einzelne Prozesse nach Kundenvorgaben transparent zu machen. Auf Wunsch stellt der VDMA dazu Vorlagen bereit, mit dem sich die Ergebnisse aus diesen Messungen einheitlich dokumentieren lassen.

Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Kunststoff- und Gummimaschinen können das Einheitsblatt kostenlos im Extranet herunterladen.

(dl)