Nachdem der Petrochemiekonzern Shell die Produktion von Polyketon (PK), welches unter dem Markennamen Carilon bekannt war, im Jahr 2000 einstellte, wurde es zunächst ruhig um diesen Werkstoff. Viele Verarbeiter, die den Werkstoff damals einsetzten, konnten bis vor kurzem keine adäquate Alternative hierzu finden und deckten sich mit allen noch verfügbaren Restmengen ein. Doch seit einigen Jahren arbeitet man in Südkorea an der Wiederauferstehung dieses interessanten Polymers und hat bereits 2011 auf einer ersten kleinen Produktionsanlage erste Erfahrungen gemacht. Mitte 2015 nahm die Hyosung Corporation eine Anlage mit der Kapazität von 50 kt/Jahr in Ulsan, Korea in Betrieb. „Wir vertreiben die Rohpolymere in Europa und Lateinamerika in den drei Standardtypen high-flow, medium-flow und high-impact“, so Lukas Musial, Bereichsleiter Polymers & Compounding Technology bei der K.D. Feddersen Ueberseegesellschaft. „Der Fokus liegt eindeutig auf der Extrusionsindustrie mit dem Schwerpunkt Compoundierung“.

Aliphatisches Polyketon (PK) hat einige interessante Eigenschaften, die in dieser Kombination kein anderes Polymer aufweist. So ist das Rückstellvermögen des Polymers signifikant höher als das von Polyoxymethylen (POM) und Polyamid 12 (PA 12). Die Steifigkeit des unmodifizierten PK liegt mit 1.500 MPa auf gleichem Niveau wie PA 12, allerdings schmilzt das Terpolymer des PK erst mit einer um 40° C erhöhten Temperatur von 220° C. Die Beständigkeit von PK ist eine der größten Stärken dieses Werkstoffs. So widersteht PK dem Angriff durch leichte Säuren, welche üblicherweise sogar langkettige Polyamide wie das PA 12 zersetzen. Auch gegen halogenierte Kohlenwasserstoffe und Aldehyde ist Polyketon beständig. Lediglich sehr starke Säuren und Laugen können die resistente Struktur angreifen. Polyketon zeichnet sich zudem durch eine hohe Barrierewirkung gegen viele niedermolekulare Medien wie Sauerstoff oder auch Kraftstoff aus. Es weist zudem ungewöhnlich gute tribologische Eigenschaften auf.

Neben seinen guten technischen Eigenschaften zeichnet sich das Polymer zudem aufgrund seiner chemischen Zusammensetzung als ausgesprochen klimafreundlich aus. Als Monomer dient Kohlenmonoxid (CO), welches als Klimakiller gilt. Bei voller Kapazitätsauslastung des Werkes können somit jährlich 25.000 mt schädliche Kohlenmonoxide verarbeitet werden. Eine vergleichbare Menge auf natürlichem Wege zu reinigen würde etwa 3,8 Mio. Kieferbäume benötigen, meldet der Anbieter.

 

Kontakt:

K.D. Feddersen Ueberseegesellschaft mbH
20097 Hamburg

lukas.musial@kdfeddersen.com
[ega]