In Rüstzeitoptimierung investieren lohnt sich

Werkzeuge in Sekundenbruchteilen spannen und lösen können Magnetspannsysteme (Foto: ROEMHELD).

Für Werkzeuge in Spritzgießmaschinen mit unterschiedlichen Spannrändern sind die neuen Keilspanner mit flexiblem Spannrand konzipiert, die Roemheld auf der Fakuma 2015 gezeigt hat. Geeignet sind vielfältig einsetzbare Modelle, die federbetätigt spannen und hydraulisch lösen, für Spannränder zwischen 25 und 50 mm. Gegenüber ihren Vorgängermodellen sind die Neuheiten trotz unverändertem Funktionsumfang wesentlich kompakter. Angeboten werden sie in unterschiedlichen Baugrößen mit einer Haltekraft von bis zu 10 t, in zahlreichen Standardausführungen und für Arbeitstemperaturen bis 300 °C.

Dank umfangreicher Ausstattungsoptionen und Ausführungen mit flexiblem Anschraubbild sind sie für zahlreiche unterschiedliche Einsatzgebiete individuell konfigurierbar. Alle Modelle gibt es mit geradem oder schrägem Spannrand sowie mit und ohne einstellbare Positionsüberwachung. Für einen erhöhten Sicherheitsbedarf sind sie außerdem mit zusätzlicher Sicherheitsstufe erhältlich. Verriegelungsbolzen, Folgeventilsteuerung, Sitzventile werden ebenso angeboten wie spezielle Beschichtungen bei korrosionsintensiver Beanspruchung. Auf Wunsch können zudem kurzfristig kundenspezifische Sonderausführungen gefertigt werden.

Magnetspannsysteme spannen und lösen Werkzeuge in Sekundenbruchteilen

Werkzeuge in Sekundenbruchteilen spannen und lösen können Magnetspannsysteme der Baureihe M-TECS. Formen und Werkzeuge sämtlicher Größen, Geometrien und Gewichte lassen sich mit dem Schnellwechselsystem in kürzester Zeit positionieren und spannen. Lieferbar sind sie in verschiedenen Ausführungen für Arbeitstemperaturen bis 240° C, wahlweise mit integrierter Heizung. Alle Magnetspannplatten werden nach kundenspezifischen Vorgaben hergestellt und erfüllen die höchsten Sicherheitsanforderungen der aktuellen, seit Januar 2014 geltenden Pressennorm EN 289 für Kunststoff- und Gummimaschinen. Problemlos können sie an bestehenden Spritzgießmaschinen und Pressen nachgerüstet werden.

Überschlagskalkulation: Investitionen in Rüstzeitoptimierung amortisieren sich schnell

In Rüstzeitoptimierung investieren lohnt sich

Magnetspannsystem mit Langpolen und Quadratpolen in Kombination auf einer Spritzgießmaschine. (Foto: Roemheld).

Dem Einwand, Spanntechnik sei teuer, widerspricht Andreas Reich, Produktbereichsleiter Werkzeugspanntechnik am Roemheld-Standort Hilchenbach, entschieden: „Investitionen in die Rüstzeitoptimierung amortisieren sich meist in kurzer Zeit.“ Anhand einer exemplarischen Überschlagskalkulation erläutert er seine Behauptung. Hierzu nimmt er an, dass an 250 Arbeitstagen pro Jahr das Werkzeug jeweils zwei Mal gewechselt werden muss. Das ergibt 500 Werkzeugwechsel, für die er beim Einsatz manueller Spannschrauben jeweils etwa 25 Minuten ansetzt. Die Rüstkosten, die hierbei anfallen, belaufen sich unter Berücksichtigung des entsprechenden Maschinenstundensatzes auf 5.000 Euro pro Monat, also 60.000 Euro im Jahr.

Schon nach wenigen Monaten sind die Investitionen wieder eingespielt

Nach dem Umrüsten auf hydraulische Spannsysteme, beispielsweise mit den neuen Keilspannern, ist der Werkzeugwechsel bereits in sechs Minuten erledigt. Das bedeutet, dass lediglich Rüstkosten von 15.000 Euro entstehen. Addiert werden müssen einmalige Anschaffungskosten von 8.000 bis 12.000 Euro, so Reich. Daraus ergibt sich ein Gesamtbetrag von etwa 27.000 Euro. Gegenüber den 60.000 Euro Rüstkosten bei Verwendung manueller Spannmittel beträgt die Ersparnis also bereits im ersten Jahr 33.000 Euro. Reichs Fazit: „Schon nach wenigen Monaten hat sich die Investition amortisiert. Dabei ist der zusätzliche Ertrag infolge der längeren Produktionszeiten und der geringeren Stillstandszeiten noch unberücksichtigt.“

Wenn häufig Werkzeuge gewechselt werden, deren Größe oder Geometrie stark variiert, rät der Spanntechnikexperte zur Anschaffung von Magnetspannplatten: „Sollen sehr unterschiedliche Werkzeuge auf einer Maschine eingesetzt werden, können die Schnellwechselsysteme als Allrounder ihre Stärken voll ausspielen. Auch hier gilt: Sie rechnen sich in der Regel schneller als meist vermutet.

Über den Autor

Stephan Auch

leitet die Unternehmenskommunikations-Agentur Auchkomm in Nürnberg.

fsa@auchkomm.de