Mess-Software beschleunigt Werkzeugkorrektur

Die Software verarbeitet mit ihren Algorithmen eine hohe Punkteinformationsdichte, beispielsweise Scandaten aus dem Computertomografen. (Bildquelle: Zeiss)

Um die Werkzeugkorrektur zu beschleunigen, bedarf es sowohl hochpräziser Daten als auch passender Algorithmen. Zeiss Reverse Engineering ist eine Software, die durch ihre Algorithmen eine hohe Punkte-Informationsdichte verarbeiten kann, wie Scandaten aus dem Computertomografen. Zudem integrierte der Hersteller Zeiss, Oberkochen, spezielle Funktionen für den Werkzeugbau in die Software, erläutert Dr. Dominik Schmid, Mathematiker und Projektmanager bei Zeiss.

Wie andere Softwarelösungen zur Flächenrückführung auch, detektiert die Software Geometrien aus den Punktedaten, die die Messgeräte liefern, und berechnet Flächen, die zu sogenannten wasserdichten Modellen zusammengeführt werden. Wasserdicht heißt hier, dass es zwischen den Flächen idealerweise keine Lücken und Überlappungen gibt, die beim CAD-Modell und damit beim späteren Produkt für Fehler sorgen.

Mess-Software beschleunigt Werkzeugkorrektur

Von den üblichen fünf bis sieben Korrekturschleifen bis zum fertigen Werkzeug sparen sich die Unternehmen mit der Software 50 Prozent der Durchgänge.
(Bildquelle: Zeiss)

Für die Werkzeugkorrektur vergleicht das Programm den Ist-Datensatz des Bauteils aus dem Scan mit dem CAD-Modell aus der Konstruktion beziehungsweise dem Design. Die am Bauteil festgestellten Abweichungen werden auf das CAD-Modell des Werkzeugs übertragen. So erhält der Anwender die notwendigen Informationen, wie er das Werkzeug korrigieren soll. Dadurch lassen sich diese Prozessschritte in der Software umsetzen und das CAD-Modell des Werkzeugs kann sofort entsprechend modifiziert werden. Zudem lassen sich in dem Programm kritische Flächen bestimmen, die beispielsweise für die Dichtigkeit oder die Passgenauigkeit relevant sind. Konzentriert sich der Formenbauer allein darauf, diese erfolgskritischen Flächen zu bearbeiten, beschleunigt dies ebenfalls den Korrekturprozess.

50 Prozent weniger Korrekturschleifen bis zum fertigen Werkzeug

Von den normalerweise üblichen fünf bis sieben Korrekturschleifen bis zum fertigen Werkzeug sparen sich die Unternehmen mit der Software laut Schmid, der sich dabei auf Erfahrungen der beiden Pilotkunden aus diesem Bereich stützt, mindestens 50 Prozent der Durchgänge. Durch diesen kürzeren Werkzeug-Korrekturprozess können Unternehmen die Serienproduktion ihrer Spritzgussteile letztlich früher starten.

Mess-Software beschleunigt Werkzeugkorrektur

Mit dem Programm lassen sich kritische Werkzeugflächen bestimmen. Konzentriert sich der Formenbauer allein darauf, diese zu bearbeiten, beschleunigt das den Korrekturprozess.
(Bildquelle: Zeiss)

Außerdem kann der Nutzer der ab sofort erhältlichen Software die Berechnung der Flächen beeinflussen. Denn dort, wo der Rechner nur Punkte sieht, entscheidet bei dieser Lösung der erfahrene Nutzer beispielsweise, ob die in der Punktewolke sichtbaren Wellen zum Produkt gehören oder eventuell nur den Verfahrweg des Sensors beim Digitalisieren abbilden und daher geglättet werden müssen. Die Möglichkeit, mit den entscheidenden Parametern zu spielen, soll die Software laut Schmid daher trotz optionaler Automatisierungsfunktionen auch zukünftig von Konkurrenz-Produkten abheben.

Über den Autor

Syra Thiel

ist Redakteurin bei Storymaker in Tübingen.