Ideenreiches Temperieren spart Energie und verbessert Qualität

Neben Antworten auf Fragen gab es auf der Fakuma 2015 auch die technischen Lösungen. (Bildquelle: Oni Wärmetrafo)

Eine mögliche Erklärung ist der hohe Informationsbedarf zu Themen wie der möglichen Pflicht zur generellen Einführung eines Energiemanagementsystems, zu natürlichen oder synthetischen Kältemitteln, zu den Folgen der Richtlinie VDI 2047 Blatt 2 – Hygiene bei Rückkühlwerken und natürlich auch zu Industrie 4.0. Das Unternehmen aus Lindlar hatte hierzu auf dem Messestand viele Projektbeispiele aufgebaut sowie die Rhytemper-Systemtechnik an vier produzierenden Spritzgießmaschinen installiert.

Besonders in Szene gesetzt war das Rhytemper-Unit-Blockmodul. Dieses ist die Basis für die unterschiedlichen Bestückungsvarianten von der Wasserverteilung bis zur prozessüberwachenden, dynamischen Einzelkreis-Temperierung im Reinraum. An einer Rhytemper-Säule mit 3 Blöcken, die mit je 24 Blockmodulen ausgerüstet waren, wurden die einzelnen Bestückungsvarianten und die kompakte Bauweise anschaulich dargestellt. Mit Hilfe der Technologie kann der Kunststoffverarbeiter seine Produktion permanent überwachen und die Qualität der Bauteile durch Prüfung des thermischen Fingerprints bei jedem Schuss sichern.

Die gezeigte drehzahlgeregelte Großkältemaschine erreicht eine Kühlleistung von 550 kW und verwendet NH3 als natürliches Kältemittel. Der Nachteil dieser auf NH3 basierenden Kältemaschinentechnik ist, dass gegenüber effizienter Kältemaschinentechnik – mit Kältemittel wie beispielsweise R 134a – ein um etwa Faktor 3 bis 4 höherer Systempreis bei der Investition zu kalkulieren ist. Bei den Themen zur Energieeffizienz stießen die Etacontrol-Technologie, mit der Stromeinsparungen an Kunststoff-Spritzgießmaschinen von 25 bis 50 Prozent realisiert werden, und die Systemergänzung mit dem Modul Etasave, die eine Rückspeisung eingesparten Strompotentials in Zeiten der Regelphase möglich macht, auf großes Interesse.