Gut vernetzt – mit und ohne Industrie 4.0

Am 28. Oktober 2015 traf sich der Arbeitskreis Automation des Kunststoff-Netzwerks Franken am Siemens-Standort Amberg, um sich zum Thema Industrie 4.0 auszutauschen. Diesmal kamen 14 Teilnehmer von elf Unternehmen.
(Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Am 28. Oktober 2015 traf sich der Arbeitskreis Automation des Kunststoff-Netzwerks Franken am Siemens-Standort Amberg, um sich zum Thema Industrie 4.0 auszutauschen. Nachdem einer der beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises, Walther Schuller, Vertriebsbeauftragter Industrieausrüstungen für Produktionsmaschinen bei Siemens, Nürnberg, kurz den Rahmen des Treffens festlegte („Wir wollen heute zeigen, was Stand der Dinge ist beim Thema Digitale Fabrik.“), begann der Vortragsteil. 14 Teilnehmer von elf Unternehmen hörten sich das Referat von Peter Biersack, Abteilungsleiter Fertigungs- und Testplanung GWA bei Siemens in Amberg, an mit dem Titel „Die praktische Umsetzung von Industrie 4.0 in der Digitalen Fabrik“.

„Wir sind auf dem Weg zu Industrie 4.0.“ So lautete ein Satz von Biersack, in seinem Vortrag, nachdem er die vernetzte, Bauteil-zentrierte Produktion seines Unternehmens am Standort Amberg vorgestellt hatte. Gemeint hat er damit, dass zahlreiche Aspekte der sogenannten Vierten Industriellen Revolution heute bereits technisch möglich sind und in Amberg auch umgesetzt werden. Allerdings komme es eben nicht allein auf technische Umsetzbarkeit an, sondern letztlich darauf, die Produktionseffizienz zu erhöhen. Schließlich muss sich die Investition in ein Cyber-Physisches System (CPS) am Ende für das Unternehmen rechnen. „Darum ist bei uns nur die Technik im Einsatz, die auch wirtschaftlich Sinn macht“, erklärt Biersack.

Anschließend diskutierten die Teilnehmer in einer Kaffeepause durchaus kritisch über den Begriff Industrie 4.0 und seine Potenziale. Eine Gruppe an einem Stehtisch nickte zustimmend bei der Aussage eines Teilnehmers, die Industrie 4.0 habe sicher große Potenziale. Davon sei das allermeiste zwar denkbar, für die Praxis aber wahrscheinlich nie relevant. Andererseits ist es heute noch nicht absehbar, was sich aus der Maschinen- und Bauteilvernetzung, dem Zusammenwachsen von Simulation und Produktion, Planung und Ausführung in Zukunft ergeben wird.

Eine Initiative der Unternehmen

Viermal im Jahr trifft sich der Arbeitskreis Automation. Das bedeutet, die Teilnehmer tauschen sich in ungezwungener Atmosphäre über ihre tägliche Arbeit aus. Und besprechen aktuelle größere und kleinere Probleme und Herausforderungen. Beispielsweise fragte ein Firmenvertreter in die Runde, ob denn vielleicht jemand Erfahrung mit flexibler Laserbeschriftung hätte. Ja, tatsächlich, ein Teilnehmer nickt. Er kennt eventuell einen gangbaren Weg. Die Details werden unter vier Augen erläutert. So einfach, so effektiv kann es zugehen auf solchen Treffen. Das betont Hans Rausch, Geschäftsführer des Kunststoff-Netzwerks Franken, immer wieder: „Die Unternehmen können einen Mitarbeiter oder einem Fachbereich die Möglichkeit eröffnen, ein persönliches Kontaktnetzwerk mit Leuten aufzubauen, die im selben Bereich tätig sind.“ Denn häufig sitzen Unternehmen mit ähnlichen Aufgaben auf relativ engem Raum zusammen, wissen aber nichts von jeweils dem anderen.

David Löh

Über den Autor

David Löh

ist Redakteur des Plastverarbeiter.
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