Stabilität trotz stetem Wechsel

Für den Einrichter bietet die neue Funktion wertvolle Unterstützung. (Bildquelle: KraussMaffei)

Besonders gravierend sind Unterbrechungen im Produktionszyklus. Die Schmelze verbleibt dann länger in der Maschine als üblich und wird in der Regel dünnflüssiger. Die eingestellten Maschinenparameter stimmen nicht mehr, denn die Kavität füllt sich leichter und wird letztlich überfüllt. Das Resultat: Ein zu hohes Teilegewicht und Abweichungen in der Maßhaltigkeit. Die Maschinenfunktion Maschinenfunktion Adaptive Process Control von KraussMaffei, München, gleicht diese Schwankungen im Spritzgießprozess aus, indem über eine Online-Messung der Schmelzeviskosität der Umschaltzeitpunkt zwischen Druck und Nachdruck an jeden einzelnen Schuss angepasst, also ständig verändert wird. In der IML-Fertigung zeigt sich eine weitere Besonderheit , die sich bei der Temperatursteuerung des Prozesses entwickelt: Fährt man das Werkzeug beispielsweise mit 60 Grad Betriebstemperatur und legt eine IML-Folie ein, so bildet diese einen Isolator, sprich auf ihrer Rückseite ist es kälter. Trifft der heiße Kunststoff dort auf, härtet er schneller aus als gewünscht, was die Verzugsneigung im fertigen Kunststoffteil verstärkt. Eine Möglichkeit wäre, die Werkzeugtemperatur zu erhöhen. Dies jedoch möchte man bei IML-Anwendungen vermeiden, denn je mehr die Folie im Werkzeug erhitzt wird, desto fließfähiger wird auch die im Siebdruck rückseitig aufgebrachte Farbschicht. Mit APC lässt sich die Verzugsneigung des Teiles regulieren, ohne die Werkzeugtemperatur erhöhen zu müssen.