Fakuma 2015: Leichtgewicht für den harten Einsatz

Fahrradschlauch, Ventilfuß und -schaft aus einem Werkstoff (Bildquelle: BASF)

Hohe Gewichtsersparnis bei gleichbleibender Stabilität – der neue Fahrradschlauch für Mountainbikes von Schwalbe nimmt diese Herausforderung an. Gemeinsam mit BASF, Ludwigshafen, hat das Unternehmen an der Entwicklung eines neuen thermoplastischen Kunststoffs gearbeitet. Basis ist das thermoplastische Polyurethan Elastollan. Die sehr guten mechanischen Eigenschaften dieses Kunststoffs sorgen dafür, dass die Wandstärke deutlich reduziert werden konnte. Der Schlauch besitzt somit einen wesentlichen Vorteil gegenüber Butyl-basierten Modellen: bis zu 65 Prozent Gewicht können gegenüber einem 29-Zoll-Standardschlauch eingespart werden. Das PU ist besonders abrieb- und verschleißfest und dadurch besonders langlebig. Darüber hinaus hält der Schlauch aus diesem Kunststoff sehr hohen Dauerbelastungen stand und kann den Luftdruck über einen langen Zeitraum konstant halten. Besonders Interessant an der Lösung ist, dass Schlauch, Ventilfuß und Ventilschaft aus Elastollan-basierten Werkstoffen gefertigt sind. Dies vereinfacht die Herstellung und ermöglicht zugleich eine problemlose Rückführung in den Recylingkreislauf. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde der Schlauchhersteller unterstützt in der Materialauswahl, bei der Durchführung von Produktionsversuchen sowie der Bereitstellung von vorgefertigten Bauteilen aus dem Anwendungstechnikum. Im Rahmen der Projektarbeit wurden umfassende mechanische Belastungstests insbesondere im Hinblick auf Temperatur- und Druckbeständigkeit sowie zur Gasdurchlässigkeit durchgeführt. Vielfältig einsetzbar ist das thermoplastische Polyurethan auch in Anwendungen anderer Industrien und Branchen wie beispielsweise in der Automobilindustrie, im Maschinenbau oder in der Medizintechnik. Auch lässt sich der Kunststoff in verschiedenen Verfahren verarbeiten: Das Material kann unter anderem spritzgegossen, extrudiert oder blasgeformt werden.

Halle B4, Stand 4306