Afrikas Bedeutung für den Maschinenbau steigt

Der VDMA sieht in Afrika große Potenziale für den deutschen Maschinenbau. Im Bild ein Laserschneider
(Bildquelle: Trumpf)

Insgesamt machten Maschinen und Anlagen aus Deutschland im Jahr 2014 etwa 20 Prozent der deutschen Exporte nach Afrika aus. VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge fügt hinzu: „Afrika kann ohne Zweifel als Wachstumsregion betrachtet werden, mit attraktiven Marktpotenzialen. Allerdings sind die 54 afrikanischen Staaten im Hinblick auf Größe, Bevölkerung, Entwicklungsstand, Politik und Wirtschaft sehr unterschiedlich, was eine Detailbetrachtung notwendig macht.“ Diese Aspekte beleuchtet die Studie „Wachstumsregion Afrika – Perspektiven für den deutschen Maschinenbau, die der VDMA und die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt Research Institute erstellten.

Nahrungsmittel und Verpackungsmaschinen gefragt

Am stärksten nachgefragt sind Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Ihr Anteil an den deutschen Maschinenexporten beträgt zwölf Prozent (2014). Es folgen Bau- und Baustoffmaschinen mit elf Prozent sowie Produkte der Fördertechnik mit neun Prozent Anteil an Maschinenexporten aus Deutschland. Großes Interesse besteht zudem an deutscher Antriebstechnik (7,2 Prozent) sowie an Allgemeiner Lufttechnik (sechs Prozent).

Zugleich herrscht ein starker, von vielen Ländern ausgetragener Wettbewerb um den afrikanischen Absatzmarkt. Aus afrikanischer Sicht ist Deutschland mit einem Anteil von 10,9 Prozent der viertgrößte Maschinenlieferant, auf den vorderen Plätzen liegen China (Anteil 2014: 18,8 Prozent), Italien (12,5 Prozent) und USA (11,9 Prozent).

Neue Märkte in Subsahara-Region

Besonders interessant für deutsche Maschinenbauer entwickeln sich die Märkte der Subsahara-Region. Im Jahr 2010 wurden in diese Region erstmals mehr  Maschinen geliefert (deutsche Maschinenexporte nach Subsahara im Wert von 1,9 Milliarden Euro) als nach Nordafrika (deutsche Maschinenexporte nach Nordafrika im Wert von 1,8 Milliarden Euro). Dieser Trend hat sich gefestigt: Im Jahr 2014 wurden deutsche Maschinen im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro in die Subsahara-Region exportiert, nach Nordafrika im Wert von rund 1,9 Milliarden Euro.

„Die Subsahara-Region ist eindeutig im Kommen. Es gibt dort in vielen Ländern das Bestreben, Technologie für den eigenen wirtschaftlichen Fortschritt und den Aufbau einer verarbeitenden Industrie einzukaufen. Ziel dieser Länder ist es, sich von der Position als reiner Rohstofflieferant für die Welt weiterzuentwickeln und Öl, Gas, Bergbauerzeugnisse sowie Agrarprodukte im Land selbst zu verarbeiten“, beschreibt Ulrich Ackermann, Leiter VDMA Außenwirtschaft, die Entwicklung.

„Um den deutschen Maschinenbauern bei der Beschäftigung mit Afrikas Märkten eine praxisnahe Unterstützung zu bieten, informiert das Factbook anhand von zehn Länderbeispielen über Perspektiven und Strategien für die Markterschließung. Hinzu kommen Basisinformationen und viel Wissenswertes zu Afrika“, ergänzt Festge.

Die Studie ist „Wachstumsregion Afrika – Perspektiven und Strategien für den Maschinenbau“ können VDMA-Mitgliedern kostenfrei bestellen. Die Ansprechpartnerin ist Dina Cabraja, zu erreichen unter der E-Mail-Adresse: dina.cabraja@vdma.org.

(dl)