Edle Oberfläche mit  Farbe und Effekt

Die farbstarken Effektpigmente können im Kunststoffbereich etwa bei der Herstellung von Gehäusen für Kaffeemaschinen zum Einsatz kommen. (Quelle: BASF)

Effektpigmente erzeugen häufig ein Funkeln, Schimmern oder täuschen eine metallische Oberfläche vor. Ihr Einsatz für Kunststoffprodukte nimmt zu  – um den Erkennungswert der Markenprodukte zu steigern, bestimmte Produktformen und -funktionen hervorzuheben, den Reiz des Produkts zu unterstreichen oder ganz einfach ein attraktives Produkt zu schaffen.
Man unterscheidet Metalleffektpigmente und spezielle Effektpigmente, zu denen die Perlglanz- und Interferenzpigmente zählen. Für metallische oder Glitzer-Effekte kommen meist Metalloxide-Glimmer-Pigmente zum Einsatz. Zu dieser Pigmentgruppe gehören auch die Lumina Royal Effektpigmente auf Glimmerbasis von BASF. Die Pigmente erzeugen hohe Interferenzeffekte für alle Farbräume und ermöglichen nun auch die Gestaltung von extremen, zuvor nicht erreichbaren Effektfarbtönen im blauen Farbbereich sowie im Kupfer-Farbton. Die vier Pigmente Blue, Aqua, Indigo sowie Magenta decken den grün- bis rotstichigen blauen Interferenzfarbbereich ab, während Copper einen opaken kupfernen Effektfarbton bietet.
Die Effektpigmente können etwa bei der Fertigung von auffallenden Sport- und Freizeitartikeln wie Skate- und Snowboards, Skischuhen und Kinderspielzeug zum Einsatz kommen. Weitere Anwendungsgebiete sind im edlen Design gestaltete Verpackungen für Kosmetikartikel, Gehäuse für Elektronik- oder Haushaltsgeräte sowie Kaffeemaschinen.

 

Nachgehakt

Beratung in Farb-Design und Pigment-Verarbeitung

Edle Oberfläche mit  Farbe und Effekt

Jürg Zingg verantwortet bei der BASF Schweiz in Basel das Technische Marketing von Pigmenten für Kunststoffe in
Europa und der EAWA-Region. (Quelle: BASF)

Für welche Kunststoffarten sind die Pigmente geeignet?
Jürg Zingg Hochwertige Effektpigmente entfalten ihre volle Wirkung, wenn die Rezeptur und die Art des Kunststoffes richtig gewählt werden. Bevorzugt sind transparente Kunststoffe in Kombination mit einer glänzenden Oberfläche. Jegliche Zusätze oder eine raue, Streulicht erzeugende Oberfläche sind zu vermeiden. Dies sind allgemein gültige Regeln für den Einsatz von Effektpigmenten.

In welcher Form werden die Pigmente angeboten?
Jürg Zingg Lumina Royal-Produkte werden ausschließlich als Pulver angeboten. Allerdings können wir für alle Effektpigmente auch eine attraktive staubfreie Produktform anbieten und so auf die Bedürfnisse der verarbeitenden Industrie eingehen.

Müssen bei der Verarbeitung solcher Effektpigmente besondere Bedingungen eingehalten werden?
Jürg Zingg Grundsätzlich reagieren Effektpigmente empfindlich auf mechanische Einwirkung. Hohe Scherkräfte sollten vermieden werden. Effektpigmente sind aber relativ einfach in Kunststoffen zu verteilen. Die Schwierigkeit liegt in der Kombination von Effektpigmenten mit organischen Pigmenten, die teilweise schwer zu dispergieren sind. BASF kann entsprechende Hilfeleistung anbieten, damit vorhandene Verarbeitungsmaschinen optimal genutzt werden können.

Welchen Service bieten Sie Verarbeitern hinsichtlich der Produktentwicklung und des Pigmentseinsatzes?
Jürg Zingg Wir haben in unseren Anwendungslabors die technischen Daten erstellt und grundlegende Rezepturen geprüft. Deshalb können wir unsere Kunden bei der Erstellung der Farb-Effektrezepturen ebenso unterstützen wie bei der Verarbeitung der Effektpigmente. Wenn Kunden erstmals neue Effektpigmente aus unserer Produktion einsetzen wollen, bieten wir ihnen für ihre ersten Schritte im Labor entsprechende Kleinmuster an.

Gibt es weltweit Unterschiede, regional, kulturell, im Bedarf solcher Effektpigmente?
Jürg Zingg Sicher gibt es grundsätzliche kulturelle Unterschiede zwischen den einzelnen Regionen und dadurch verschiedene koloristische Trends. Manche davon sind eher kurzlebige modische Erscheinungen, andere sind dauerhafte Entwicklungen. Umso wichtiger ist es, dass wir neue Produkte anbieten können, die neue und flexible Möglichkeiten eröffnen. Hier arbeiten wir eng mit unseren Kunden sowie mit Designern zusammen.

Dr. Etwina Gandert

Über den Autor

Dr. Etwina Gandert

ist Redakteurin Plastverarbeiter.

etwina.gandert@huethig.de