Lifocolor

Sogenannte Interferenzpigmente im Farbmasterbatch sorgen dafür, dass die Flaschen schillern wie Seifenblasen. (Bildquelle: Lifocolor)

„Viele Produkthersteller und -entwickler erwarten von ihren Farblieferanten Unterstützung bei der Farbauswahl. Aus diesem Grund bieten wir eine umfassende Trendfarbenberatung an und unterstützen den Kunden bei der Umsetzung der jeweiligen Farbvorstellungen in das Endprodukt”, erläutert Mine Demirezen, Marketingverantwortliche bei Lifocolor, Lichtenfels. „Der Kunde hat möglicherweise schon eine Vorstellung, implementiert durch unbewusste Bilder, weiß aber nicht, wie er diese greifbar machen kann. Unsere Colour-Road-Farben eignen sich für die Verarbeitung mit vielen verschiedenen Kunststoffen.“ Entsprechend den Anforderungen der Branchen lassen sich diese in unterschiedliche Richtungen weiterentwickeln: Sei es transparent oder mit Effekten wie Glitzer, Flitter, Schimmer oder Perleffekt. Fast alles ist möglich!

Der Trendservice Colour Road des Folienherstellers Renolit, Worms, arbeitet mit unterschiedlichen Trendinstituten auf der ganzen Welt zusammen, steht in Kontakt mit internationalen Farb- und Produktdesignern und ermittelt daraus die Farben von Morgen. Die Trendfarben orientieren sich grundsätzlich an der Mode und werden auf die Kunststoffindustrie heruntergebrochen. Diese Erkenntnisse nutzt Lifocolor, um neue Farbmasterbatches zu entwickeln.

Monika Fecht, die Trendexpertin der Renolit-Gruppe überträgt im Rahmen ihrer Arbeit für Lifocolor diese Zusammenhänge in Kundenworkshops und präsentiert den Trendservice auch auf Messen und in Vortragsreihen: „Gute Trendberatung dient als Entscheidungsgrundlage für  Produktentwicklungen“, erklärt Fecht.

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Die Musterkoffer enthalten die aktuellen Farbtrends und werden den Verarbeitern auf Messen und bei Besuchen präsentiert. (Bildquelle: Lifocolor)

Von der Idee zur Farbumsetzung

„Es ist unsere Aufgabe, das Grundgerüst für die kommenden Trendfarben aus dem internationalen Trendscouting zu entwickeln. Dann beginnen wir mit  der eigentlichen Arbeit der Ideenfindung für die Trendstory für das Jahr 2015/2016“, fährt Fecht fort. Anschließend erfolgt die Umsetzung und Rezepturentwicklung der aktuellen Colour-Road-Farben. Die Ergebnisse dieser Arbeit werden in Musterkoffern, mit Kappen, Flaschen und Musterplättchen präsentiert und an Kunden weitergegeben.

Die diesjährige Trendpräsentation beinhaltet zum Einstieg Filmsequenzen mit Seifenblasen. Dieses schillernde Farbenspiel inspirierte das Entwicklungsteam zu einer neuen Farbkollektion. „Der Film hat uns so gut gefallen, dass wir daraus eine extra Farbreihe produzierten“, sagt Andrea Hanke, Leiterin des Technikums von Lifocolor in Straufhain. Dort entwickelten die Mitarbeiter daraufhin Farben mit schillerndem Effekt, die durch bestimmte Interferenzpigmente angereichert sind, die ihren Farbton durch Verstärken und Auslöschen einzelner Wellenlängen (Interferenz) erzielen. Welche Wellenlängen verstärkt und welche ausgelöscht werden, hängt vom Betrachtungswinkel ab.

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Farben sprechen den Kunden auch emotional an. Die Verpackungen sollen dem Endverbraucher auf diese Weise zum Kauf bewegen. (Bildquelle: Lifocolor)

„Richtig kniffelig wird es manchmal, wenn der Kunde schon eine Farbvorstellung und eine bestimmte Vorlage hat, die sich im gewünschten Kunststoff-Trägermaterial nicht immer 1:1 umsetzen lässt. Das bringt uns zwar oftmals zum Schwitzen, wenn wir dann aber eine vergleichbare oder adäquate, machbare Lösung präsentieren, ist der Kunde glücklich. Da wird dann auch schon mal in Versuchsreihen investiert, die sich über mehrere Tage hinziehen“, betont Volker Becke, Leiter Forschung und Entwicklung bei Lifocolor. Sein Kollege Bernhard Seidl, Verkaufsleiter, bestätigt dies: „Nicht nur eine vernünftige Farbberatung ist notwendig. Natürlich wollen wir auch die Ansprüche und Bedürfnisse der Kunden befriedigen. Dies steht aber oftmals im Gegensatz zur technischen Machbarkeit. Eine Machbarkeitsanalyse im Vorfeld ist daher das A und O!”

Andererseits entwickelt das Unternehmen Masterbatches, die dem Endprodukt nicht nur eine bestimmte Farbe geben, sondern mit Additiven ausgerüstet eine entsprechende Funktion erfüllen müssen. „Deshalb ist es auch immer wichtig, dem Kunden vor Ort zu zeigen und zu erklären, wie unterschiedlich sich ein und dieselbe Farbe in verschiedenen Kunststoffen verhalten kann.“ betont Seidl. Um alle sicherheits- und lebensmittelrelevanten Vorgaben und Richtlinien gerade in den Branchen Spielzeug und Kosmetik zu erfüllen, haben die Labor-Mitarbeiter des Unternehmens oftmals alle Hände voll zu tun.

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Kooperation ist die mit Rebhan, Stockheim. Gemeinsam entwickelten die Unternehmen die Flaschenserien „Indian Summer“ und „Slim into Spring“ für die Kosmetikindustrie mit saisonal passend bedruckten Motiven nebst repräsentativer Verpackung. Hier arbeiteten die Köpfe der Technik- und Marketing-Abteilungen eng zusammen. „Diese Farbkonzepte unterstützen den Verpackungshersteller und damit auch dessen Kunden dabei, emotional ansprechende Verpackungen zu vermarkten und dem Endverbraucher Kaufanreize bieten zu können“, erläutert Demirezen.

Über den Autor

Birgit Kunig

ist Mitarbeiterin im Marketing von Lifocolor in Lichtenfels.