Verbundstruktur aus Siliconkautschuk als Kreuzbandimplantat

Verbundstruktur eines biomimetischen Kreuzbandersatzes (Bildquelle: IKV)

Die Untersuchungen umfassen die Herstellbarkeit und die Eigenschaften des synthetischen Kreuzbands. Zunächst werden die Anforderungen an ein Kreuzband analysiert. Der Aufbau des biomimetischen künstlichen Kreuzbands besteht aus einem Siliconkern, einer 3D-Flechtstruktur und einer äußeren Silikonbeschichtung. Der Silikonkern wird im Spritzgießverfahren hergestellt und dann auf einer Hexagonalflechtmaschine umflochten. Die Silikonbeschichtung wird in einem dritten Verfahrensschritt durch Umspritzen aufgebracht. Dieser dreiteilige Aufbau des Implantats gewährleistet die notwendigen elastischen Eigenschaften, die Stabilität sowie die Torsionsfestigkeit. Gebrauchsmuster verschiedener Kreuzbandvarianten werden im Anschluss in vitro untersucht. Die Forscher versprechen sich davon auch, die Operationszeit verkürzen zu können sowie eine individuelle Anpassung von Länge, Durchmesser und Belastung an den Patienten zu ermöglichen. Die biokompatible Ummantelung des Geflechts soll zudem die Defizite bisheriger Entwicklungen synthetischer Kreuzbänder wie die unzureichende Torsions- und Abriebstabilität verbessern. Die Entwicklung der neuen Verbundstruktur aus belastungsoptimierten Flüssigsilikon-Komponenten und geflochtener 3D-Struktur soll eine Alternative zu den konventionellen Operationstechniken bieten.