Fachpack: modulare Verpackungsmaschinen für eine größere Variantenvielfalt

Online bestellte gelangen Sendungen heute von Warenlagern und -verteilzentren über Paketdienstleister direkt zum Konsumenten und sind daher ganz anderen Belastungen ausgesetzt als Palettenladungen und Gitterboxen, die zunächst in den stationären Einzelhandel gehen. Kommt es zu Schäden, sind Retouren vorprogrammiert. Mittlerweile sind Verpackungen deshalb häufig so konstruiert, dass auch ein sicherer Rückversand möglich ist – auch bei eher ungewöhnlichen Paket-Sendungen. (Bildquelle: Nürnberg Messe)

Lebensmittelverpackungen werden weiterhin vom Convenience-Trend getrieben. Standbodenbeutel haben neue Produktsegmente erobert. Als Quetschbeutel mit Babynahrung wurden sie für den To-go-Bereich weiterentwickelt. Soßen und Fertigsuppen, die nur noch erhitzt werden müssen, ersetzen die bekannten Trockenprodukte aus flachen Vierrandbeuteln. Ein weiterer Trend ist die Individualisierung von Produkten: Das Angebot erstreckt sich vom Müsli, das sich der Konsument in der bevorzugten Variante mischen lässt, bis hin zur Kreation persönlicher Teespezialitäten – ein verwegener Gedanke für eine automatisierte Maschinentechnologie. Die unzähligen Varianten der gewünschten Mischungen wollen produziert und verpackt werden und auch das Etikett muss jeweils individuelle Angaben und Informationen enthalten. Hier sind Lösungen der Kennzeichnungstechnik gefragt. Ein weiteres wichtiges Feld für Kennzeichnungslösungen: Sie helfen mit, Produkte eindeutig zu identifizieren.

Verpackungsmaschinen: Modularität ist gefragt

Die Variantenvielfalt der Produkte stellt die Verpackungsmaschinen-Hersteller vor Herausforderungen. Flexibilität bedeutet heute: Eine Anlage muss verschiedene Varianten, zum Beispiel eines Joghurts, in gleich große Becher füllen und verschiedene Packungsgrößen und Packstile beherrschen. Das Maschinendesign ist daher entscheidend für die Effizienz, die Leistungsfähigkeit und die Flexibilität vollautomatischer Verpackungssysteme. Die einzelnen Komponenten müssen aufeinander abgestimmt und schnell austauschbar sein. Traysealer werden beispielsweise so konstruiert, dass sie innerhalb der Baugröße alle Formate und Materialien von Schalen verarbeiten können. Auch die Deckfolien oder das Schutzglas sind flexibel. Ein modularer Aufbau ermöglicht die Nutzung verschiedener Funktionsbausteine im gleichen Maschinengehäuse und auf der gleichen Stellfläche. Die Maschinen sind auf diese Weise schneller einsatzfähig, lassen sich leichter erweitern oder umrüsten und bieten damit auch Spielraum für künftige Anforderungen.

Auspacken wird zum Erlebnis

Im E-Commerce ist die Verpackung meist der erste Kontakt mit dem Produkt. Dennoch finden sich in Online-Shops häufig nur eine simple Liste der Produkte mit kleinen Fotos. Kosmetikprodukte kommen stattdessen beispielsweise in Klappschachteln mit einer Spiegelfolie im Deckel daher, sodass der Verbraucher beim Öffnen sein eigenes kleines Kosmetikstudio vorfindet.

Veredelungen wie haptische Effekte und Glanz machen aus dem Einkauf im stationären Handel ein Auspackerlebnis beim Online-Shoppen. Interaktiv werden Verpackungen durch QR-Codes oder Augmented Reality. Diese Funktionen bringt wie bei anderen Produktinformationen auch die Kennzeichnungstechnik auf. Auch hier spielt das Stichwort Individualisierung eine Rolle: Tintenstrahldrucker können neben Bar- und QR-Codes, Logos und Zeichensätzen auch einzigartige Codes drucken, die zur Rückverfolgbarkeit oder zu Promotional Coding wie interaktiven Gewinnspielen verwendet werden, die sich mit dem Smartphone oder am PC aktivieren lassen.

Logistik: Versandverpackungen ersetzen Paletten und Gitterboxen

Mit dem wachsenden Versandhandel der Online-Shops kommen auch auf die Logistik neue Aufgaben zu. Von Warenlagern und -verteilzentren gelangen online bestellte Sendungen über Paketdienstleister direkt zum Konsumenten und sind daher ganz anderen Belastungen ausgesetzt als Palettenladungen und Gitterboxen, die zunächst in den stationären Einzelhandel gehen. Kommt es zu Schäden, sind Retouren vorprogrammiert. Mittlerweile sind Verpackungen deshalb häufig so konstruiert, dass auch ein sicherer Rückversand möglich ist. Mittels eines Selbstklebeverschlusses schickt der Endkunde die Ware wieder in derselben Box zurück. Darüber hinaus wurden für den Online-Handel Verpackungslösungen entwickelt, die unterschiedlich große Produkte in der Schachtel ohne Füllmaterial fixieren und gleichzeitig vor Diebstahl schützen. Spezielle Verschlussmechanismen sichern die Pakete vor Manipulation.

Auf diesen Bereich spezialisierte Unternehmen bieten häufig Beratungsleistungen und Logistik-Support an. Für Fulfillment-Aufgaben wurden automatische, integrierbare Systeme entwickelt. Diese übernehmen bei Eingabe der Bestelldaten die Produktion und Verklebung des Versandetiketts oder des direkten Adressaufdrucks, den Druck der Rechnung oder des Lieferscheins sowie die gleichzeitige Bereitstellung eines Versandbeutels oder Kartons. Der Bediener legt lediglich das bestellte Produkt mit Rechnung ein, bevor dieses automatisch versiegelt und per Förderband abgeführt wird.

(dl)