Control behauptet sich als feste Größe

Die adaptive Vollfarb-Projektionstechnik markiert die Abweichungen der erzielten Mess-Ergebnisse zum CAD-Modell auf der Oberfläche. (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Unter den auf der Control präsentierten Neuheiten befand sich der Stereoscan neo von Aicon, Braunschweig. Er ist die Weiterentwicklung des Vorgängers Stereoscan, bei dem die Farbe und Reflexionseigenschaften der Oberfläche die Qualität der Mess-Ergebnisse erheblich beeinflussten. Das ändert die digitale, adaptive Vollfarb-Projek­tionstechnik des Stereoscan neo. Es kon­trolliert ständig die Farbe sowie Intensität und passt die Projektion entsprechend an. Außerdem macht das Prinzip „See What You Measure“ (SWYM) die Ergebnisse einer Messung auf dem Objekt sichtbar. Die adaptive Vollfarb-Projek­tionstechnik wirft dazu die erzielten Messergebnisse auf die Objektoberfläche zurück. Abweichungen zum CAD lassen sich so direkt nach der einsekündigen Messung farblich auf der Objektoberfläche anzeigen. Mit SWYM lassen sich beispielsweise im Werkzeug- und Formenbau Abweichungen der Bauteiloberfläche messen und darstellen.

Hinsichtlich Koordinatenmessgeräte zeigte unter anderem Mitutoyo, Neuss, einige Neuheiten. Darunter befand sich die Legex-Serie mit integrierter thermischer Fehlerkompensation, die in Verbindung mit dem scannenden Messkopf MPP-310Q auf 0,28 µm genau misst. Ebenso wie der UC400-Controller und Linearmaßstäbe erhöht der Ziffernschrittwert von 0,01 µm die Genauigkeit des Geräts. Das optionale Air-Server-System klimatisiert die aus den Druckluftleitungen des Betriebs entnommene Luft und sorgt für eine konstante Temperatur an den Luftlagern und Führungen.

Einen großen Stellenwert nahm in diesem Jahr wieder die Bildverarbeitung ein. Rund 250 Unternehmen aus dieser Sparte stellten auf der Messe aus. Dass die vollautomatische Kontrolle von Werkstücken immer wichtiger wird, um sie schneller, sicherer und hochwertiger zu produzieren, zeigt auch das Wachstum der Bildverarbeitungsbranche: Im Vergleich zum letzten Jahr legte deren Umsatz europaweit um 7 Prozent zu, 2,4 Milliarden entfallen dabei auf das Systemgeschäft, der Rest auf Komponenten.

25.000 Besucher erwartete der Veranstalter P. E. Schall, Frickenhausen. Am ersten Messetag kamen davon allerdings weniger als erhofft, auch wegen des Bahnstreiks und den dadurch sehr vollen Autobahnen in und um Stuttgart. Am zweiten Tag ließen sich die Besucher aber nicht mehr abhalten, die Hallen waren durchweg gut gefüllt. Genau 25.903 Fachbesucher waren es am Ende. Dies entspricht gegenüber der Control des vergangenen Jahres einen Zuwachs von rund 2 Prozent. „Einige Unternehmen haben ihre Ausstellungsflächen nochmals erweitert und investieren in eine sehr hochwertige Präsentation“, so Gitta Schlaak Projektleiterin der Control, „dies unterstreicht für uns einmal mehr den hohen Stellenwert“ der Messe.

Die 30. Control findet vom 26. bis 29. April 2016 wieder in der Messe Stuttgart statt.

(dl)