Kunststoffmesse in den USA: PET ist im Kommen

Der erste Messetag der NPE begann zwar mit Regen, davon ließen sich aber weder die ­Besucher abhalten, nach Orlando zu kommen, noch trübte es die Stimmung in den Hallen. (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Die NPE, die größte Kunststoffmesse der USA, begann am 23. März 2015 pünktlich um 9 Uhr Ortszeit. Dann öffneten sich die Tore und die ersten Besucher strömten in die beiden Messehallen, die Westhall und die Southhall. Auf 60.000 Besucher hoffte die SPI, der Veranstalter der Kunststoffmesse NPE in Orlando. Am Ende waren es 65.000. Offensichtlich traf das Produktangebot der Aussteller den Nerv der Besucher. Auch die über 2.000 Aussteller waren zufrieden mit dem Betrieb an ihren Ständen.

Unter den Ausstellungsstücken fanden sich beispielsweise die Entstaubungsgeräte der XP-Deduster-Baureihe von Pelletron, Bodnegg, die den Zulauf an Kunststoffgranulat selbst ­regeln und dadurch zusätzlich das Beschicken übernehmen – anstelle von Zellenradschleusen. Die automatisierte Beschickungseinrichtung regelt und verteilt den Produktstrom gleichmäßig über die Luftwaschdecks der Entstaubungseinheit und stellt den Produktstrom bei Erreichen der gewünschten Füllmenge innerhalb einer Sekunde ab.

Kunststoffmesse in den USA: PET ist im Kommen

Die Entstaubungsgeräte der XP-Deduster-Baureihe regeln den Zulauf an Kunststoff­granulat selbst und übernehmen dadurch die Aufgabe von Zellenradschleusen gleich mit. (Bildquelle: David Löh/Redaktion Plastverarbeiter)

Der Peripheriegeräte-Hersteller Maguire, Aston, USA, zeigte Vakuumtrockner, die ein Sechstel der Zeit und 15 Prozent der Energie benötigen wie vergleichbare Geräte, die Trockenmittel verwenden. Die Weiterentwicklung, die Modelle VBD-150 und VBD-1000, ermöglichen eine bessere Kon­trolle über den Trocknungsprozess, da sie erstens genauer sind und zweitens dem Benutzer mehr Informationen über ihre Arbeit liefern sowie diese Daten ständig dokumentieren. Die neuen Modelle verwenden nun Wägezellen für die kontinuierliche Kontrolle der Granulatfüllmenge in zwei der drei Behälter – der Vakuumkammer und dem Rückhaltebehälter. Die Wägezellen messen den Gewichtsverlust, um den Trocknungsgrad, den Materialdurchsatz und weitere Daten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen. Sie erreichen eine Genauigkeit von +/- 0,5 Prozent.

Maschinen und Geräte für die PET-Preform-Produktion

Husky, Bolton, Kanada, Hersteller von Spritzgießmaschinen, Heißkanälen und weiteren Geräten für die Kunststoffindustrie, zeigte auf der NPE sein Spritzgießsystem Hy-PET HPP5 für das Fertigen von PET-Preforms. Es reinigt sich selbst und spart dadurch laut Hersteller pro Jahr bis zu 400 Stunden Wartungszeit ein, in der die Maschine jetzt laufen kann. Den Prozess unterstützt das Fertigungsüberwachungs­system Shotscope NX, das alle relevanten Informationen auf dem Bedien­gerät darstellt.

Ebenfalls für das Herstellen von PET-Preforms gedacht ist die servohydraulische Spritzgießanlage M-PET 300 von Milacron, Batavia, USA. Sie soll sich für ein breites Spektrum von Anwendungen eignen. Dazu wartet sie unter anderem mit einem nachgelagerten Kühlsystem auf, mit den neuen Heißkanälen M-PET V4 sowie dem Bedienpanel Mosaic+. Die Anlage verfügt über fünf Spritzeinheiten und einen Trocknungszyklus von 1,69 Sekunden. Das Bedienpanel zeigt auf seinem 21-Zoll-Monitor auf Wunsch ein weiteres Fenster auf demselben Bildschirm an. Dadurch hat der Anwender alle benötigten Informationen im Blick ­
– etwa Bilder der Qualitätssicherungskamera – ohne dafür durch die Menüs wechseln zu müssen.

Eine weitere spannende Anwendung war auf einer Spritzgießmaschine des Typs Ferromatik 280 des selben Herstellers zu sehen: durchsichtige Dosen aus Kunststoff, deren Barriere­schicht aus Ethylen-Vinylalkohol-Copolymer (EVOH) das Innere für zwei bis fünf Jahre vor dem Verderben schützt. Die Maschine lässt sich zudem in eine Anlage integrieren, die Obst und Gemüse mit einer Temperatur bis 120 °C in die vom Hersteller auf den Namen Klear Cans getauften Dosen online einfüllt.

David Löh

Über den Autor

David Löh

ist Redakteur des Plastverarbeiter.
david.loeh@huethig.de