Qualitätssicherungsmesse in Stuttgart

Messtechnik hilft, die Produkt- und Prozessqualität zu erhöhen und gleichzeitig die Herstellkosten zu senken. (Bildquelle: Schall)

Jeder Dritte kommt mittlerweile nach Stuttgart, um sich zum Thema Bildverarbeitung und Vision-Systeme zu informieren und auszutauschen. In diesem Jahr erhält die Bildverarbeitung einen eigenen Themenschwerpunkt zur Industrie 4.0: So zeigt die Fraunhofer-Allianz Vision, Fürth, in Halle 1, an Stand 1502, Mess- und Prüfsysteme für die fertigungsintegrierte Qualitäts­sicherung in der Produktion, die ihre Informationen in Echtzeit allen in der Wertschöpfungskette vernetzten Instanzen bereitstellt. Die Rolle der Bildverarbeitung ist laut Ansicht der Fraunhofer Forscher eine Schlüsseltechnologie auf dem Weg in die Zukunft der Produktion. Denn berührungslos arbeitende Multisensor-Architekturen ermöglichen es, alle qualitätsbestimmenden Produktmerkmale frühzeitig, umfassend und taktgebunden zu überwachen. Der nächste Schritt ist es, auf Veränderungen im Prozessablauf rechtzeitig zu reagieren. Zusätzlich lassen sich komplexe Mess- und Prüfaufgaben technisch robuster und einfacher mithilfe multimodaler Sensor-Technolo­gien lösen. Dabei wächst der Spektralbereich der eingesetzten Sensoren und die Kombinationsmöglichkeiten unterschiedlicher Sensortypen nehmen ebenfalls zu. Ziel des Ganzen ist es, Abläufe effizient und verschwendungsarm zu gestalten, die Produkt- und Prozessqualität zu erhöhen und gleichzeitig die Herstellkosten zu senken.

Ebenfalls einen Blick wert ist das Eventforum „Multisensorik in der Mess- und Prüftechnik“ in Halle 7, Stand 7504. Dort zeigt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA), Stuttgart, Technologien für den industriellen Einsatz im Messraum und der Produktion. Zusätzlich stellen täglich Referenten aus Industrie und Forschung ihre Erfahrungen und Ergebnisse in diesem Bereich vor. Einen eigenen Eindruck von verschiedenen Technologien und Anwendungen verschaffen sich Besucher anhand zahlreicher Exponate, die sich am und um den Fraunhofer-Stand befinden.

Qualitätssicherungsmesse in Stuttgart

Das berührungslose Messsystem basiert auf dem rückführbar messenden Verfahren der Weißlichtinterferometrie und lässt sich in die Fertigungslinie integrieren. (Bildquelle: Polytec)

Produkte für Mess- und Prüfaufgaben

Polytec, Waldbronn, zeigt mit dem TMS-350 Topmap In.Line ein berührungsloses Messsystem, das auf dem rückführbar messenden Verfahren der Weißlichtinterferometrie basiert. Das System lässt sich in die Fertigungslinie integrieren. Dort erkennt es Fertigungstrends und Produktionsfehler innerhalb von 1 bis 2 Sekunden. Das Standard-Messfeld ist etwa 20 mm groß. Weitere Messfelder sind verfügbar. Mit einem Höhenmessbereich von 500 µm eignet sich das Gerät dazu, Toleranzen zu prüfen von Ebenheits-, Parallelitäts- und Stufenhöhenwerten.

Das automatische 3D-Laser-Mess­gerät DKAM-32Tridi des Unternehmens Werner Nophut, Viereth-Trunstadt, eignet sich für die Oberflächeninspektion von Dichtungen. Es bewertet gleichzeitig die Maßhaltigkeit und Oberflächenbeschaffenheit von fast beliebig geformten Rahmendichtungen oder Formteilen. Der Hersteller versteht sein Gerät als Beitrag zur 100-Prozent-Kontrolle und damit als Bestandteil einer Null-Fehler-Strategie.

Um die Farbe einer Probe schnell und exakt zu messen, eignet sich das tragbare Spektralphotometer Datacolor Check 3, von Datacolor, Dietlikon, Schweiz. Der Hersteller machte das Gerät benutzerfreundlicher, indem er die Bedienung vereinfachte und die Bluetooth-Funktion verbesserte sowie ein beleuchtetes Sichtfenster zur exakten Positionierung des Geräts auf der Probe hinzufügte.

David Löh

Über den Autor

David Löh

ist Redakteur des Plastverarbeiter.
david.loeh@huethig.de