38 Hersteller von  Zerkleinerungsanlagen

Eine kleine Auswahl an Zerkleinerungsgeräten, aus den Maschinenprogrammen in der digitalen Marktübersicht. (Bildquelle: Lindner Resource, NGR – Next Generation Recyclingmaschinen, Fritsch, Weima Maschinenbau)

Seit Jahren schon berichten Firmen wörtlich unverändert über immer dieselben Trends. Dies verleitet zu der Annahme, dass das Gebiet der Zerkleinerungsanlagen ausgereift ist und für Schneidmühlen Neuerungen nicht mehr zu erwarten sind. Mitteilungen anderer Firmen bestätigen dies jedoch nicht. Zumindest in Teilbereichen und in peripheren Bereichen wie Schallschutz, Verschleißschutz, Energie-Effizienz oder auch Post-Consumer-Abfallaufarbeitung werden von diesen anderen Firmen Trends vermeldet. Trends, die das Zerkleinern von Kunststoffen prägen, sind in Teil- und peripheren Bereichen betreffen. Dazu gehören Schall-, Verschleißschutz und Energie-Effizienz. Einen neuen Weg, verschmutzte Kunststoffabfälle für eine erneute Verwendung aufzubereiten, bietet die Wasserzugabe schon bei der Vorzerkleinerung durch Schreddern.

Nachfrage nach schlüsselfertigen Anlagen

Einen grundsätzlichen Trend stellt Rapid dahingehend fest, dass „weiterhin eine erhöhte Anfrage nach schlüsselfertigen Anlagen mit vor- und nachgeschalteter Peripherie besteht.“ Hintergrund ist nach Ansicht dieser Firma, dass „der Kunde dadurch nur einen Ansprechpartner für die komplette Anlage hat und damit mögliche Konflikte an den Schnittstellen vermeidet.“ Über eine verstärkte Nachfrage nach Mühlen, die für den Einsatz in Reinräumen geeignet sind, berichtet Wanner. Materialrückführung in den Fertigungsprozess ist demnach auch in diesem Bereich ein Thema.
Hinsichtlich des Schallschutzes ist nach Aussage von Tria der meist sehr begrenzte Footprint, der Mühlen in der Kunststoffverarbeitung zur Verfügung steht, Anlass für eine weitere Optimierung des integrierten Schallschutzes, die zu effizienten integrierten Dämmlösungen führt. Neben konventionellen Schallschutzmaßnahmen wie zum Beispiel integrierte Schallschutz-Einhausungen oder begehbare Schallschutzkabinen gibt es, wie Rapid mitteilt, ein modulares Schallschutzsystem. „Dieses besteht aus verschiedenen Modulen wie Rahmenteilen und Schallmatten“ und gestattet, „auch einzelne Anlagenkomponenten separat zu kapseln.“

Verschleißfeste Messerqualität

Verschleißschutz ist nach wie vor ein Thema, wie das von Rapid berichtete hohe Interesse an verschleißfesten Messerqualitäten zeigt. Dieses Interesse resultiert aus dem Wunsch, „die Produktivität zu erhöhen und die Betriebskosten zu verringern.“ Neu entwickelte Messer (Duralife + V) für alle Schneidmühlen kommen diesem Wunsch entgegen, ebenso wie der von Tria angesprochene „erweiterte Verschleißschutz für sehr stark glasfaserhaltige oder hochgefüllte Kunststoffe zum Schutz der Mühlen und der Reduktion der Instandhaltungskosten über die Lebensdauer der Geräte.“ Process Control spricht in diesem Zusammenhang vom „Coating der Schneiden“, ohne auf dieses Coating näher einzugehen.

Die Verbesserung der Energie-Effizienz wird nach Tria „über den Einsatz von IE3 Motoren hinaus durch die Optimierung des Mahlvorgangs“ erreicht. Dazu gehören eine „reduzierte installierte Motorleistung“, die „Optimierung von Rotoren und Schwungscheiben“ und „verbesserte leichtläufige Lager.“ Auch Process Control führt zur Erreichung dieses Ziels den Einsatz „energiesparender Antriebe und Steuerungen“ an. Weitere Maßnahmen sind nach dieser Firma eine Reduzierung der Luftlast und die „Schneide-optimierung durch Sicherstellung des Scherenschnitts.“ Dass die Verbesserung der Energie-Effizienz „verstärkt gefordert wird“, berichtet auch Wanner. Dabei werden teilweise auch geregelte Antriebe angesprochen, ergänzt diese Firma. Herbold Meckesheim rüstet Schneidmühlen mit Zuführschnecken zur Zwangsbeschickung mit vorzerkleinerten Abfällen aus. Neben kompakten Aufstell-Abmessungen arbeiten diese Maschinen „besonders effektiv und energiesparend. Es werden bis zu 30 Prozent höhere Durchsätze erreicht und ebenso viel Energie eingespart.“

Neue Wege für das Wiederaufarbeiten

Für das Wiederaufarbeiten von Post-Consumer-Kunststoffabfällen stellt Herbold Meckesheim einen neuen Verfahrensweg vor. Nassmahlung von verschmutzten Kunststoffabfällen wurde bisher nur in Verbindung mit Schneidmühlen durchgeführt. Jetzt wird bereits bei der ersten Vorzerkleinerung von lose und ballenförmig anfallenden Abfällen mit Wasserzugabe gearbeitet. Das Schreddern unter Zugabe von Wasser führt zu sehr guten Ergebnissen, was bisher unbekannt war, wie Herbold Meckesheim weiter berichtet. Weiter führt diese Firma an, dass „vor allem bei stark abrasiven Abfällen, wie zum Beispiel Landwirtschaftsfolien, bereits in der ersten Aufbereitungsstufe ein überraschend effektives Ablösen der Verschmutzung erzielt wird. Man kann direkt nach dem Schredder einen großen Teil der durch die Zugabe von Wasser abgelösten Oberflächen-Verschmutzung gut abtrennen. Das macht die nachgeschalteten Aggregate effektiver.

Verschleiß reduzieren

Verschleiß wird nicht nur im Schredder reduziert, auch die nachgeschalteten Aggregate werden mit wesentlich weniger Schmutz belastet und können dadurch effektiver und verschleißärmer arbeiten.“ Bisher stehen zwei Maschinengrößen mit Arbeitsbreiten von 1.450 und 2.000 mm zur Verfügung, die um weitere Größen ergänzt werden sollen.

 

Die Marktübersicht Zerkleinerungsanlagen finden Sie hier.

 

Über den Autor

Prof. Dr. Werner Hoffmanns

ist freier Mitarbeiter des Plastverarbeiter.

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