Bauteilqualität verbessern mit adaptiver Prozessführung

Adaptive Prozessführung im Spritzgießverfahren (Bildquelle: Krauss Maffei, KTW)

Weitere Faktoren reichen von Viskositätsschwankungen des Materials über Einflüsse der Umgebungsbedingungen bis hin zu verschleißbedingten Effekten. Die Spritzgießmaschine arbeitet zwar mit der gewohnten Präzision weiter, ist aber nicht in der Lage, die von außen in den Prozess eingebrachten Schwankungen auszugleichen, was zu Qualitätsmängeln führt. Um diese Schwankungen im Fertigungsprozess zu kompensieren, hat KraussMaffei eine neue Maschinenfunktion, die sogenannte adaptive Prozessführung, entwickelt und mit dem Weißenburger Unternehmen zur Serienreife gebracht. Die neue Maschinenfunktion ist in die MC6-Maschinensteuerung integriert und analysiert in jedem Einspritzvorgang den aktuellen Prozesszustand, so dass die Spritzgießmaschine eigenständig in der Lage ist, einen eingestellten Prozess und damit die Formteilqualität auch dann stabil zu halten, wenn die Viskosität des Materials beziehungsweise der Fließwiderstand im Werkzeug durch äußere Einflüsse verändert werden. Diese Änderungen werden durch die Erfassung bestimmter Schlüsselparameter der Maschine registriert. Durch die intelligente Auswertung dieser Prozessdaten kann die Maschine innerhalb der vorgegebenen Grenzen auf den aktuellen Prozesszustand reagieren. Die adaptive Prozessführung passt dazu den Umschaltpunkt und das Nachdruckprofil an die aktuelle Schmelzeviskosität und den aktuellen Fließwiderstand im Werkzeug an. Abweichungen können auf diese Weise noch im selben Schuss ausgeglichen werden.