Bayer eröffnet Technikcenter für Kunststoffe in Südkorea

Für Verscheibungen wird Polycarbonat schon lange eingesetzt, künftig solle es in der Automobil- und der Elektronik-Industrie als Basis für Teile aus Verbundkunststoffen dienen. (Bild: Bayer Materialscience)

Mit einer Firmenübernahme in Süddeutschland baut Bayer Materialscience, Leverkusen, seine Position auf dem Zukunftsmarkt der Verbundwerkstoffe aus. Das Unternehmen besiegelte am Montag den Erwerb der Thermoplast Composite (TCG), Langenfeld bei Nürnberg, eines Spezialisten zur Herstellung thermoplastischer Faserverbundwerkstoffe. Die Leverkusener beabsichtigen, künftig Verbundwerkstoffe auf Basis von endlosfaser-verstärkten thermoplastischen Materialien (Composites) anzubieten. Mit der Übernahme erlangt das Unternehmen unter anderem entsprechendes Technologie-Know-how sowie wichtige Patente und Anlagen. Alle Mitarbeiter sollen übernommen werden. Es ist geplant, die Produktionskapazität zunächst in Nürnberg zu erweitern. Später sollen dann Kapazitäten in anderen Regionen hinzukommen, um Kunden dort bestmöglich versorgen zu können.

Bislang entwickelt und vertreibt Bayer Materialscience Composite-Lösungen auf Basis von Polyurethansystemen. Dr. Markus Steilemann, Mitglied im Executive Committee des Unternehmens und Leiter der Geschäftseinheit Polycarbonat: „Indem wir in die Entwicklung und Produktion von entsprechenden Composites eintreten, wollen wir zu den Treibern in der Industrie gehören. Hier erwarten wir vor allem in der IT-Industrie, im Automobil- und Transportsektor sowie im Konsumgüterbereich vielversprechende Perspektiven und damit eine weitere Stärkung unserer Positionen.“ Polycarbonat-Verbundwerkstoffe seien unter anderem besonders gut geeignet, um hochwertige Gehäuse für die IT-Industrie zu produzieren. Hier könnten solche Composites dem Trend zur Verkleinerung und Wertanmutung entgegenkommen. „Hardware aus Polycarbonat-Verbundwerkstoffen fühlt sich an wie Metall, ist aber um einiges leichter“, betont Dr. Olaf Zöllner, Leiter Anwendungsentwicklung Polycarbonat für Europa. Er verweist zudem auf die gute Formbarkeit und hochwertige Anmutung des Materials. Ferner biete es Kostenvorteile bei der Verarbeitung.

Dr. Herbert Börger und Ingolf Knaup, geschäftsführende Gesellschafter von TCG, sehen in der Partnerschaft mit dem Konzern einen hohen Nutzen für ihr Unternehmen. Das Unternehmen könne dadurch die industrielle Fertigung und breite Markteinführung von unidirektionalen thermoplastischen Advanced Composites auf Basis der selbst entwickelten innovativen und patentrechtlich abgesicherten Technologieplattform schneller und umfassender realisieren.

(ck)