BASF: Umsatz stabil, Ergebnis wächst

Kurt Bock, Vorstandsvorsitzender von BASF, ist zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2014: „Unser Ziel für 2014 haben wir erreicht: Wir haben das Ergebnis gesteigert – trotz der enttäuschenden Konjunkturentwicklung in Europa. Wir sind profitabel gewachsen.“

Der Absatz stieg 2014 in allen Segmenten. Insgesamt wuchsen die Mengen um 4 Prozent. Die Verkaufspreise gingen um 3 Prozent zurück. Maßgeblich hierfür waren die signifikant gesunkenen Öl- und Gaspreise. Negative Währungseinflüsse dagegen minderten den Umsatz in nahezu allen Bereichen.

Das Ebit vor Sondereinflüssen wuchs 2014 um 280 Millionen Euro und landete bei 7,4 Milliarden Euro. Diese Entwicklung basiert vor allem auf dem Beitrag des Chemiegeschäfts – es umfasst die Segmente Chemicals, Performance Products und Functional Materials & Solutions. Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter lag mit 5,2 Milliarden Euro über dem Vorjahreswert von 4,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg von 5,22 Euro auf 5,61 Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie betrug 5,44 Euro, nach 5,31 Euro im Vorjahr.

„Wir stehen zu unserer Dividendenpolitik und schlagen der Hauptversammlung eine Dividende von 2,80 € pro Aktie vor“, sagte Klaus Bock, Vorstandsvorsitzender von BASF. Dies entspricht einer Steigerung um 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausblick auf das Jahr 2015

„Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2015 ist mit besonders hohen Unsicherheiten behaftet. Öl- und Rohstoffpreise sowie Währungen entwickeln sich volatil, die Schwellenländer wachsen langsamer und geopolitische Konflikte dämpfen die Weltwirtschaft. Dennoch erwarten wir für 2015 ein etwas stärkeres Wachstum der Weltwirtschaft, der Industrieproduktion und auch der Chemieindustrie verglichen mit 2014“, erläutert Bock. Demnach rechnet er für das Geschäftsjahr 2015 mit einem stabilen Umsatz und Gewinn (Ebit vor Sondereinflüssen). Bezogen auf die einzelnen Segmente rechnet der Konzern mit deutlich höheren Ergebnisbeiträgen von Performance Products, Functional Materials & Solutions sowie Agricultural Solutions. Das Ebit vor Sondereinflüssen im Segment Chemicals wird wegen der Kosten für die Inbetriebnahme mehrerer Anlagen leicht zurückgehen. Bei Oil & Gas erwartet das Unternehmen aufgrund des niedrigen Ölpreises einen deutlich geringeren Ergebnisbeitrag.

Investitionen 2015 geringer als im Vorjahr

„Im Jahr 2015 wird eine ganze Reihe von Anlagen in Betrieb gehen – Anlagen, die die nächsten zehn, 20 oder 30 Jahre produzieren werden“, sagt Bock. Als Beispiele nannte er Anlagen für Polyurethan-Grundprodukte in Ludwigshafen (TDI) und in Chongqing, China, (MDI) sowie einen Produktionskomplex für Acrylsäure und Superabsorber in Camaçari, Brasilien. Nach dem Abschluss von Großprojekten will das Unternehmen im Jahr 2015 deutlich weniger investieren. Bei Oil & Gas gehen die Investitionen gegenüber dem Vorjahr zurück. Insgesamt plant der Konzern Investitionen von rund vier Milliarden Euro nach 5,1 Milliarden Euro im Jahr 2014.

Die Segmente im Überblick: Fast alle legen zu

Bei Chemicals lag der Umsatz des Segments im Gesamtjahr mit 17 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Gesunkene Verkaufspreise in allen Bereichen kompensierte der höhere Absatz, bei Petrochemicals. Das Ebit vor Sondereinflüssen übertraf mit 2,4 Milliarden Euro den Wert des Jahres 2013 um 185 Millionen Euro. Im Bereich Monomers ging das Ergebnis dagegen margenbedingt deutlich zurück.

Im Segment Performance Products nahm der Umsatz  im Gesamtjahr um ein Prozent auf 15,4 Milliarden Euro ab. Trotz eines sich im Jahresverlauf eintrübenden Marktumfelds stieg der Absatz bei stabilen Preisen, was die negativen Währungseffekte nahezu ausglich. Das Ebit vor Sondereinflüssen stieg gegenüber 2013 um 90 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro. Hauptgrund hierfür waren die unter anderem durch Restrukturierungsmaßnahmen gesunkenen Fixkosten.

Bei Functional Materials & Solutions führte ein signifikant höherer Absatz, vor allem von Produkten für die Automobilindustrie, zu einem Umsatzanstieg um drei Prozent auf 17,7 Milliarden Euro. Gegenläufig wirkten negative Währungseffekte. Die Preise waren insgesamt stabil. Das Ebit vor Sondereinflüssen erhöhte sich durch einen deutlichen Anstieg bei Catalysts und Coatings um 127 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro.

Im Segment Agricultural Solutions übertraf der Umsatz bei Agricultural Solutions mit 5,4 Milliarden Euro den Wert des Jahres 2013 trotz negativer Währungseinflüsse um 4 Prozent. Ein starkes Geschäft in Europa und Nordamerika und eine höhere Nachfrage nach Fungiziden und Herbiziden waren hierfür maßgeblich. Gesunkene Preise für Agrarprodukte infolge der guten Ernten des Vorjahres belasteten das Geschäft allerdings. Negative Währungseffekte, rückläufige Margen infolge eines ungünstigen Produktmixes und höhere Aufwendungen für Forschung und Entwicklung sowie Produktion und Vertrieb führten zu einem Rückgang des Ebit vor Sondereinflüssen um 113 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden Euro. Dennoch ereichte das Segment nach dem Jahr 2013 das bisher zweitbeste Ergebnis.

Das Segment Oil & Gas erhöhte seinen Umsatz vor allem durch höhere Mengen im Gashandelsgeschäft um zwei Prozent auf 15,1 Milliarden Prozent. Die signifikant gesunkenen Öl- und Gaspreise schwächten das Umsatzwachstum. Im Arbeitsgebiet Exploration & Production führten die von Statoil erworbenen Aktivitäten in Norwegen zu einem positiven Portfolioeffekt. Das Ebit vor Sondereinflüssen nahm auf Grund leicht gesunkener Beiträge beider Arbeitsgebiete um 61 Millionen Euro auf 1,8 Milliarden Euro ab. Der Jahresüberschuss nach Anteilen anderer Gesellschafter ging um 266 Millionen Euro auf 1,5 Milliarden Euro zurück.

Der Umsatz von Sonstige fiel im Gesamtjahr sank um 14 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Grund hierfür ist im Wesentlichen eine niedrigere Anlagenverfügbarkeit infolge des Ausfalls einer Anlage in der Joint Operation Ellba in Moerdijk, Niederlande. Das Ebit vor Sondereinflüssen stieg um 52 Millionen Euro und lag bei minus 566 Millionen Euro. Die Auflösung von Rückstellungen für das Long-Term-Incentive-Programm und ein verbessertes Währungsergebnis wurden teilweise durch geringere Ergebnisbeiträge der Sonstigen Geschäfte kompensiert.

(dl)