Macht 3D-Druck das Handwerk überflüssig?

Harald Wollstadt

Die Kunststoffverarbeitende Industrie Deutschlands blickt zufrieden auf den Verlauf der Fakuma zurück. Zwar waren die großen Themen altbekannt, aber Funktionsintegration bei gleichzeitig besserer Energie- und Ressourceneffizienz, oder Metall-/Kunststoffkombinationen, Hybridlösungen und Verbindungs-/Fügeverfahren sind technologisch noch nicht ausgereizt. Die Gastrednerin zur Eröffnungs-Pressekonferenz Frau Prof. Dr. Dr. h.c. Gesine Schwan sprach dann auch ein zentrales Thema an. Von nachhaltigem Wirtschaften sollte das Handeln der Industrie, aber auch das persönliche Handeln geprägt sein, um positive Veränderungen für den Erhalt der Lebensgrundlagen auf der Erde herbeizuführen.

Da ist die Kunststoffverarbeitende Industrie bereits auf einem guten Weg. Nach Ergebnissen der Studie „Produktion, Verarbeitung und Verwertung von Kunststoffen in Deutschland“, ergab sich folgendes Bild: In Deutschland wurden rund 19,8 Millionen Tonnen Kunststoff erzeugt. Zur Herstellung von Kunststoffprodukten wurden im Inland rund 10,5 Millionen Tonnen Kunststoff genutzt. Die Kunststoff-Abfallmenge betrug rund 5,7 Millionen Tonnen. Obwohl die verarbeitete Menge im Vergleich zu 2011 etwas geringer war, stieg die Recyclingmenge auf rund 2,3 Millionen Tonnen. So lag die Verwertungsquote 2013 bei 99 Prozent. Dabei wurden die zu Abfall gewordenen Kunststoffe zu 41 Prozent werkstofflich, ein Prozent rohstofflich und 57 Prozent energetisch verwertet.

Leider gibt es in den 28 EU-Ländern kein einheitliches System für den Umgang mit Kunststoffabfällen und die durchschnittliche Verwertungsrate beträgt in der EU nur etwa 62 Prozent. So hinken andere Länder Deutschland in Sachen Verwertung deutlich hinterher.

So war es nicht verwunderlich, dass Gesine Schwan unsere Branche als Vorbild hervorhob. Das sollte die Kunststoffverarbeitende Industrie doch auch für 2015 beflügeln, mit Innovationen für ein nachhaltiges Wirtschaften voranzugehen.

 

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