Thermoformen auf der Fakuma 2014

Die servomotorisch angetriebene Thermoformanlage schafft Ziehtiefen bis 750 mm. (Bildquelle: Redaktion Plastverarbeiter)

Der Verarbeitungsprozess Thermoformen, der auch als Tiefziehen bezeichnet wird, könnte in den nächsten Jahren weitere Anwendungsfelder erschließen. Zum einen bietet sich das Verfahren für Verpackungen mit kleinen Abmessungen und hohen Stückzahlen an, zum Beispiel zur Herstellung von Kaffeekapseln ausgehend von Folien. Zum anderen eignet sich das Warmformen ebenso für die Formgebung von Kunststoffplatten. Für Plattenmaschinen gibt es viele Anwendungen, vom Leichtbau über Weiße Ware bis hin zur Freizeitindustrie. Die Fakuma zeigte, dass die Hersteller diese Chancen in den verschiedenen Märkten erkannt haben und ihre Maschinen entsprechend auslegen.
Hersteller thermogeformter Verpackungsteile konnten sich bei Kiefel, Freilassing, über den Druckluftform­automaten KMD 90 informieren. Die neue Baugröße steht für die größte Formfläche der Speedformer-Serie (865 x 915 mm) und verfügt über eine hohe Energieeffizienz und Formqualität in der Großserie aus. Ebenfalls in diesem Jahr vorgestellt wurde die Exzenterstanze KES 85. Die vertikale Umfang-Stanztechnologie ermöglicht ein kerbenfreies Verarbeiten der Formteile.

Kleine Verpackungen

Für Kaffeekapseln wird PP oder PS mit einer diffusionsdichten Zwischenschicht aus EVOH verwendet. Große Mengen lassen sich in Serie gut thermoformen. Denn im Vergleich zum Spritzgießen sind beim Thermoformen mehr Kavitäten pro Werkzeug realisierbar, und die Zykluszeit ist durch die deutlich höhere Taktzahl kürzer. Illig, Heilbronn, bietet für diesen Zweck derzeit drei Maschinengrößen der Baureihe RDM-K an. Besondere Merkmale dieser Maschinen mit Form-Stanz-Technik sind der präzise Antrieb sowie die hohe Formteilqualität, Leistung und Zuverlässigkeit. Es werden Maßtoleranzen im Bereich weniger Hundertstel-Millimeter erreicht.

Platten-Halbzeuge als Rohstoff

Im Fokus des Messauftritts des Heilbronner Maschinenherstellers standen die Plattenformmaschinen der Baureihe UA, so zum Beispiel die Variante 100Ed, eine manuell zu beschickende Universalmaschine mit einer Formfläche von 960 x 560 mm – eine leistungsfähige Einsteigermaschine. Weiteres zentrales Messethema war ein für  die UA-g-Maschinen entwickeltes Technologiemodul: die zentrale Zuführung der zur Formteilkühlung eingesetzten Kühlluft – so wird eine kon-stant hohe Formteilqualität erreicht, weitgehend unbeeinflusst von klimatischen Einflüssen.
Eine komplette Produktpalette an industriellen Tiefziehmaschinen kon-nten die Fachbesucher bei Cannon Deutschland, Hanau, entdecken, wenn auch die Maschinen nicht live in Betrieb zu sehen waren. Entwickelt wurden sie für die Produktion von Formteilen für Automobilinnenverkleidungen, Windenergie, Kühlgeräten, Türverkleidungen sowie für Luftfahrt und Freizeit.
Geiss, Seßlach, zeigte dieses Jahr auf der Fakuma die Baureihe T10 seiner servomotorisch angetriebenen Thermoformanlagen. Vollständig überarbeitet ist sie besonders kompakt und besitzt eine verwindungssteife Rahmenbauweise. Die Maschinenzeiten verkürzen sich um bis zu 60 Prozent, die Energie- und Kosteneffizienz wurde deutlich gesteigert.

Christine Koblmiller

Über den Autor

Christine Koblmiller

ist Redakteurin des Plastverarbeiter.

christine.koblmiller@huethig.de