Fördern, Dosieren und Mischen auf der Fakuma 2014

Auch für die Prominenz ist das Mischen und Dosieren ein spannendes Thema: Prof. Dr. Gesine Schwan beim Messerundgang. (Bildquelle: Motan-Colortronic)

Mit der Fördergerätelinie Metro G stand eine Neuheit im Mittelpunkt des Messestands von Motan-Colortronic, Friedrichsdorf. Durch das Baukastensystem lässt sich für jede Applikation ein optimales Fördergerät konfigurieren. Beispielsweise lässt sich ein Standardgerät durch spezielle Membran-Vakuum­ventile zu einer Reinraumversion erweitern. Ein Entstaubungsmodul ermöglicht die Feinst-Entstaubung am Ende des Förderprozesses zum Schutz eines nachfolgenden Verarbeitungsprozesses mit besonders hohen Anforderungen an die Beschaffenheit des Materials. Für Materialien mit einem schwierigen Abscheideverhalten stehen Module mit einem tangentialen Materialeinlass zur Verfügung, die mit dem Zyklon-Effekt arbeiten.

Um jede gewünschte Verbindung von Material und Maschine schnell und zuverlässig herzustellen – ohne die Gefahr von Verwechslungen und Verunreinigungen – kommt das kompakte Materialverteilsystem Metrolink zum Einsatz. Statische Rohrverbindungen sollen bis zum nächsten Materialwechsel für Sicherheit sorgen. Das automatische Leersaugen vor jedem ­Materialwechsel gewährleistet einen verunreinigungsfreien Betrieb. Die automatisch durchgeführte und überwachte Schaltung des Materialwegs soll sicherstellen, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Mit jeder Metrolink-Einheit lassen sich maximal 32 Verarbeitungsmaschinen mit 16 verschiedenen Materialien beschicken.

Fördern, Dosieren und Mischen auf der Fakuma 2014

Materialkomponenten fließen mittels Kammervolumendosierung zum Rohmaterial in den Wägebehälter und werden dort hundertfach verwogen. (Bildquelle: Werner Koch Maschinentechnik)

Leistungsfähig und variabel

Die Leistungsfähigkeit und Variabilität der stationären Modul-Trocknungs­anlagen der energieeffizienten neuen Somos D-Reihe dokumentierte Protec, Bensheim, auf dem Messestand mit dem Trockenlufterzeuger D500 und zwei daran angeschlossenen Trocknungstrichter-Modultischen, einem Einzeltisch mit einem 600-Liter-Trichter und einem Zweier-Tisch mit einem 300-Liter-Trichter sowie einem 100-Liter-Trichter. Die Kombination mehrerer Trocknungstrichter auf einem Modul­tisch ermöglicht eine kompakte, platzsparende und wirtschaftliche Bauweise. In der jetzt komplettierten Baureihe stehen Einer-, Zweier-, Dreier- und Vierer-Tische für die Trichtergrößen MT50, MT100, MT200 und MT300 zur Verfügung. Die beiden größten Trocknungstrichter, MT400 und MT600, haben eine größere Bautiefe, sodass hierfür tiefere Einer- und Zweier-Modultische angeboten werden. Alle Modultische lassen sich nahezu beliebig miteinander kombinieren, bestehende Trocknungsanlagen lassen sich damit auch erweitern.

Eine Besonderheit des gravimetrischen Dosier- und Mischsystems Gramix E – einem Dosiersystem für Durchsätze bis zu 300 kg/h und bis zu fünf Komponenten – ist die integrierte Kleinmengendosierung für maximal 2 kg/h Materialdurchsatz. Mit der Wägeelektronik des Dosiersystems lassen sich Mengen von 200 g/h – das entspricht rund 3 g/min – exakt und wiederholgenau dosieren. Erforderlich ist diese Präzision beispielsweise beim Zudosieren hochkonzentrierter Masterbatches.

Fördern, Dosieren und Mischen auf der Fakuma 2014

Für die pulsationsfreie und materialschonende Dosierung frei fließender Pellets, Granulate und bruchempfindlicher Schüttgüter ist dieser Dosierer konstruiert. (Bildquelle: Coperion K-Tron)

Messe-Highlight von Werner Koch Maschinentechnik, Ispringen, war die Weiterentwicklung der Graviko-Baureihe. Diese Serie ist darauf ausgelegt, bei der Produktion anspruchsvoller Kunststoff-Formteile eingesetzt zu werden, da die Geräte sehr kleine Mengen präzise, zuverlässig und mit hoher Wiederholgenauigkeit zudosieren können. Materialkomponenten, wie Masterbatch oder Additive, fließen mittels Kammervolumendosierung zu dem Rohmaterial in den Präzisions-Wägebehälter und werden dort mehr als hundertfach verwogen. Erst bei Übereinstimmung von Soll- und Ist-Wert werden die Komponenten in den Vormischer entleert und über ein Horizontalrührwerk homogenisiert.

Der Gravimax G56 ist ein gravimetrisches Dosiergerät für maximal sechs Komponenten. Trotz des großen Dosiervolumens entspricht das Gerät hinsichtlich Mechanik, Steuerung, Zugänglichkeit und Prozesssicherheit den kleineren Modellen von Wittmann Kunststoffgeräte, Wien, Österreich. Dosiert wird mit einem pneumatisch betätigten verschleißarmen Dosierventil. Die Zylinder, die die Ventile betätigen, befinden sich außerhalb des Materialstroms. Dies verhindert Materialbrücken und erleichtert die Reinigung. Die Verwiegung Real-Time-Live-Scale (RTLS) legt fest, wie oft und wie lange jedes Dosierventil angesteuert werden muss. So lässt sich eine Dosiergenauigkeit von ±1 Prozent erzielen. Zur Vermeidung verfälschter Wiegeergebnisse sind die beiden Wiegezellen geschützt auf der Außenseite des Geräts angebracht. Im kugelförmigen Mischbehälter werden durch einen speziellen Spiralmischer alle Komponenten homogen vermengt. Werden höhere Materialdurchsätze benötigt, lassen sich identische Materialien in unterschiedlichen Trichtern parallel dosieren. Dies soll zur Erhöhung des Materialdurchsatzes um 30 Prozent und mehr beitragen.

Schonendes und präzises Dosieren

Coperion K-Tron, Niederlenz, Schweiz, präsentierte einen BSP-135-Bulk-Solids-Pump-Dosierer auf schwenkbarem Gestell sowie einen gravimetrischen Chargen-Mischer mit integrierten Vakuum-Abscheidern und Pulver-Dosierer. Die Geräte sind für das schonende und präzise Dosieren frei fließender Pellets, Granulate und bruchempfindlicher Schüttgüter konstruiert. Zur Materialförderung wird das Prinzip der formschlüssigen Verdrängung genutzt, um frei fließende Produkte pulsationsfrei und materialschonend zu dosieren. Der Dosierer besitzt vertikal rotierende Scheiben, die eine Verdichtungszone erzeugen und das Material gleichmäßig vom Trichter zum Auslass befördern. Der Dosierer kann durch nur eines beweglichen Teils innerhalb kurzer Zeit gereinigt werden und eignet sich somit für Anwendungen mit häufigen Materialwechseln.

Über den Autor

Oliver Lange

ist freier Redakteur des Plastverarbeiter.