Prüfen geschweißter Fluorkunststoffbauteile

Im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojektes bis Juni 2016 werden die Prüfmöglichkeiten geschweißter Fluorkunststoffbauteile untersucht. (Bildquelle: SKZ)

Hohe chemische und thermische Beständigkeit sowie gute dielektrische Eigenschaften machen Fluorkunststoffe zu einem wichtigen Konstruktionswerkstoff, unter anderem für Behälter in der Chemischen Industrie. Dabei ist es besonders wichtig, Bauteile und Halbzeuge kostengünstig, schnell und vor allem sicher verschweißen zu können. Das Schweißen von Fluorkunststoffen ist meist mit etablierten Verfahren, wie Warmgaszieh-, Warmgasextrusions- und Heizelementstumpfschweißen, möglich. Die Prüfung der Schweißverbindung selbst ist jedoch gerade wegen der hohen Dehnbarkeit, vor allem der hochfluorierten Kunststoffe, schwierig.  Genormte Prüfungen für Standardthermoplaste ermöglichen aufgrund der Dehnbarkeit vieler Fluorkunststoffe ohne eine spezifische Anpassung der Prüfbedingungen keine zufriedenstellenden qualitativen und quantitativen Analysen der Schweißverbindungen.

Das SKZ untersucht aus diesem Grund im Rahmen eines öffentlich geförderten Forschungsprojektes bis Juni 2016 die Prüfmöglichkeiten geschweißter Fluorkunststoffbauteile. Ziel des Projektes ist zum einen die Ermittlung relevanter Messgrößen für eine aussagekräftige Prüfung anhand ausführlicher Materialanalysen und darauf aufbauend die Entwicklung innovativer Prüfmethoden speziell für geschweißte Fluorkunststoffe. Zum anderen sollen die erarbeiteten Prüfungen anhand praxisnaher Bauteiltests als Methoden zur eindeutigen, schnellen und genauen Beurteilung der Nahtqualität von geschweißten Fluorkunststoffbauteilen hinsichtlich der Kurz- und Langzeiteigenschaften verifiziert sowie Handlungs-empfehlungen und Prüfdokumentationen für interessierte Unternehmen erstellt werden.

Zahlreiche Material- und Halbzeughersteller, Apparate- und Behälterbauer sowie Schweiß- und Prüfmaschinenhersteller, erklärten sich bereit das Institut bei seinen Untersuchungen zu unterstützen. Weiterhin arbeiten die Projektbeteiligten eng mit der Arbeitsgruppe „Messen und Prüfen“ (AG W 4.4) des Deutschen Verbands für Schweißen und verwandte Verfahren e.V. (DVS) zusammen, um die gewonnenen Erkenntnisse zeitnah in Form von Richtlinien der Industrie zur Verfügung stellen zu können.

(ck)