Der erste klinische Einsatz von Polymeren war bereits zu Beginn der 60er Jahre und hatte nicht nur ökonomische, sondern auch hygienische Gründe. So wollte man in erster Linie Infektionen sinnvoll durch Einsatz steriler Einwegartikel (vorher wiederverwendbare Artikel aus Glas und metallischen Werkstoffen) reduzieren. Zudem wollte man  vom breiten Eigenschaftsspektrum der Kunststoffe profitieren, von ihrer einfachen und preisgünstigen Verarbeitbarkeit in einer Vielzahl von Formen und Geometrien. So kam es, dass der neue Werkstoff heute in fast allen medizinischen Bereichen genutzt wird. Kunststoffe stellen heute bereits 50 Prozent aller verwendeten Materialien in der Medizintechnik. Expertenaussagen zu Folge wird der Einsatz von technischen und Hochleistungs-Kunststoffen in den nächsten Jahren mit etwa 8 Prozent in diesem Segment überdurchschnittlich anwachsen.
Seit 10 Jahren begleitet nun die MEDPLAST den Markt der Medizintechnik. Viele Innovationen haben wir beschrieben und bei ihrer Einführung begleitet.

Fragt man bei den Medizintechnikern nach, welche Aufgaben die Zukunft bereit hält, so erhält man als erste Antwort die allgemeine politische Prognose. Demzufolge lässt die Bevölkerungsentwicklung darauf schließen, dass das Gesundheitssystem aufgrund des demografischen Wandels vor massiven Veränderungen steht und dass innovative Medizintechnik mit einer verbesserten Kosten-Nutzen-Relation dazu einen wichtigen Beitrag leisten kann. Soweit so gut, aber was sind die konkreten Aufgabenstellungen? Eine schnelle und zuverlässige Medikamentenentwicklung; individuelle, auf den Patienten abgestimmte Medikamente; digitale Patientenbegleiter; neuartige Prothesen; minimalinvasive Operationen und intelligente Umgebungen für Pflegebedürftige werden auf Nachfrage genannt. Und was heißt dies im Umkehrschluss? Medizintechnik braucht funktionalisierte Kunststoffe. Viel Stoff für weitere 10 Jahre MEDPLAST.

10 Jahre innovative Medizintechnik

Harald Wollstadt (Bildquelle: Redaktion Plastverarbeiter)

 

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