Bildquelle: Fraunhofer IPT

Gerresheimer Regensburg: Gesamtsieger im Wettbewerb »Excellence in Production« und Werkzeugbau des Jahres 2014 mit Laudator Axel Wittig (rechts) (Bildquelle: Fraunhofer IPT)

Der Wanderpokal wurde anläßlich des 14. Internationalen Kolloquiums »Werkzeugbau mit Zukunft« am 4. November vom Vorjahressieger Axel Wittig, Geschäftsführer der Webo Werkzeugbau, an die Sieger übergeben. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT und das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen  ermittelten die elf Finalisten des Wettbewerbs anhand eines ausführlichen Vergleichs von mehr als 290 Werkzeug- und Formenbau-Betrieben. Neun fachkundige Juroren aus Industrie, Politik und Wissenschaft bestimmten die Sieger.

Gerresheimer Regensburg, Wackersdorf, fertigt seit 1958 innerhalb der Unternehmensgruppe Gerresheimer Medical Plastic Systems anspruchsvolle Werkzeuge für medizinische Kunststoffe, vor allem für Reinraumanwendungen. Der Wekzeugbau stellt dafür unter anderem Spritzgießwerkzeuge, Einfach- und Mehrkomponentenwerkzeuge sowie Heißkanalwerkzeuge her. Die Jury bestätigte den Eindruck, den das Aachener Expertenteam von WZL und Fraunhofer IPT vor Ort gewonnen hatte und der sich auch in der höchsten Punktzahl der Audits widerspiegelte. Besonders beeindruckt zeigten sich die Juroren von der ausgesprochen hohen Leistungsfähigkeit der maschinellen Ressourcen für die Hartbearbeitung anspruchsvoller Werkstücke. Auch der bis ins Detail standardisierte Prozess der Auftragsabwicklung, der die hohen Anforderungen der Medizintechnikbranche erfüllt, sei nahezu einzigartig für den Werkzeugbau, so die Feststellung der Jury. Eine umfangreiche Ausstattung an optischer und taktiler Messtechnik, ergänzt durch CT-Messungen, sichere den Qualitätsanspruch ab. Ein breites Angebot an Dienstleistungen rund ums Werkzeug, die Generalunternehmerschaft für komplette Anlagen und das mehrsprachige Wissensmanagement ergänzen den guten Gesamteindruck der Jury.

Weitere Preiskategorien „Interner Werkzeugbau“ und „Externer Werkzeugbau“

Neben dem Gesamtsieg gewann das Unternehmen auch die Auszeichnung in der Kategorie »Interner Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter«. Sieger in der Kategorie »Interner Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurde die Harting Applied Technologies,Espelkamp. Innerhalb der Harting Technologiegruppe entwickelt, konstruiert und fertigt das Unternehmen hochpräzise Spritzgießformen, Druckgusswerkzeuge und Stanz-Biege-Werkzeuge für die Elektro- und Automobilindustrie. Besonders positiv fiel der Jury das Shopfloor-Management auf: Die Mitarbeiter tragen große Eigenverantwortung für die Qualität ihrer Arbeit und genießen dabei eine hohe Ergonomie am Arbeitsplatz. Auch den standardisierten und gut getakteten Durchlauf, der eine schnelle Herstellung der Werkzeuge erlaubt, hoben die Juroren lobend hervor.

Bester »Externer Werkzeugbau unter 50 Mitarbeiter« wurde Opus Formenbau, Schönau im Odenwald. Das junge Unternehmen entwickelt und fertigt Spritzgieß- und Vulkanisationsformen für Automobilzulieferer, mit Schwerpunkten auf Karosseriedichtungen, Glasumspritzungen und Mehrkomponentensystemen. Das Leistungsspektrum umfasst dabei einfache Prototypen aus Aluminium ebenso wie vollklimatisierte und prozessintegrierte Serienformen und die zugehörigen Dienstleistungen. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Nischenstrategie des Unternehmens, das sich damit in kürzester Zeit erfolgreich am eurpäischen Markt etablieren konnte. Sehr positiv fielen bei der Bewertung aber auch das flussorientierte Hallenlayout, die Integration der acht Auszubildenden in den Betrieb und die selbst entwickelte Software für das Wissensmanagement auf.

Den Sieg in der Kategorie »Externer Werkzeugbau über 50 Mitarbeiter« trägt die Schneider Form, Dettingen unter Teck, nach Hause. Die Jury lobte vor allem die eigene Bauteilentwicklung mit umfassendem Know-how rund um den gesamten Fertigungsprozess. Eigene Softwarelösungen und Apps sicherten in besonderem Maße die hohe Transparenz in der Auftragsverfolgung.

Neuauflage 2015

Interessenten am Wettbewerb 2015 können sich schon jetzt unter www.excellence-in-production.de registrieren. Alle Teilnehmer erhalten eine individuelle Auswertung über Ihre Stärken und Verbesserungspotenziale. Das Kolloquium »Werkzeugbau mit Zukunft« und der Wettbewerb »Excellence in Production« werden von den Unternehmen Hasco Hasenclever, Siemens, Demat sowie der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie und dem VDMA unterstützt. Als Medienpartner des Wettbewerbs berichten die VDI nachrichten und die Fachzeitschrift werkzeug & formenbau.

(ck)