Das Projekt gliederte sich in mehrere Aufgaben. Für die Fertigung der chirurgischen Bürsten müssen die Werkstoffe PE und Foam verarbeitet werden. Die Schwierigkeit war eine machbare Kombination aus mehreren Technologien in ein effizientes und wirtschaftliches Produktionssystem umzusetzen, welches eine hohe Qualität und eine Kosteneffizienz sicherstellt und Handarbeit ausschließt. Der Auftrag beinhaltet neben der Problemausarbeitung, die Entwicklung der adäquaten Spritzguss-Werkzeuge sowie die Entwicklung eines automatisierten Systems für die Fertigung und Verpackung mit einer kontinuierlichen Qualitätskontrolle.
Zu Beginn stimmte Embalnor, Leiria, Portugal, das Projekt mit den Kunden ab und legte alle Verfahrensschritte fest.

Die 1.188 Bürsten-Haare, mit einer Dicke von 0,8 bis 0,1 mm müssen mit Foam-Schaum eingeklebt, montiert und in einem Blister verpackt werden. Der Grundkörper wird auf einem 8-fach-Spritzguss-Werkzeug mit Heißkanalsystem gefertigt. Das automatisierte Produktionsverfahren, bestehend aus einem Roboter, mit einem für die Handhabung angepassten Greifer, nimmt die Bürsten aus der Form und verklebt die Bürstenhaare und positioniert sie auf dem Transportband für die Verpackung.

Im Rahmen der Produktentwicklung wurden mithilfe einer Moldflow-Simulationen verschiedene Arten von Polyethylen niedriger Dichte untersucht, um die Bürstenhaare zum einen ausreichend weich für den Hautkontakt auszulegen, aber auch so robust damit eine Sauberkeit der Hände und Arme sichergestellt wird. Danach wurde ein Prototypenform für die Tests der verschiedenen Geometrien in Verbindung mit den unterschiedlichen Polyethylen-Typen gebaut. Das Werkzeug, ein 8-fach-Werkzeug, ist mit einem Schnellwechsel-Kern und einem Vakuumsystem ausgerüstet. Der Schnell-Wechselkern wird von vorne verschraubt und ermöglicht es, alle Einsätze in einem Schritt zu ersetzen oder zum Reinigen zu wechseln. Das Vakuum-System reduziert den Luftwiderstand und begünstigt so das Fließverhalten des Kunststoffs. Ein Löseteil-System verringert den Druck über dem Kunststoff-Bauteil während der Extraktion. Zeitgleich wurde der Handhabungs-Roboter entwickelt, der die Teile vom Werkzeug zur Klebemaschine und zum Förderband transportiert. Die Herausforderung war, die leichten und weichen Materialien innerhalb der Soll-Zykluszeit zu verarbeiten.

Dank dem Know-how von Embalnor bei der Balancierung der Produktionslinien mit den richtigen Werkzeugen und Automatisierungskomponenten konnte ein System für die chirurgischen Bürsten entwickelt werden, dessen Aufbau sehr flexibel ist. Auch das Design der Bürsten reduzierte die Stückkosten. So konnten die Kosten für den Kunden reduziert und ein Mehrwert im Markt geschaffen werden.