Auch im Jahr 2014 herrscht in Sachen kunststofftechnischer Innovationen kein Mangel. Das ist an solchen Trends wie energie- und materialsparende Herstellung und Verarbeitung von Kunststoffteilen, zunehmender Einsatz von Verbundwerkstoffen, verfeinertes Präzisions-Spritzgießen von Mikro- und Medizintechnik-Bauteilen, weitergehende Funktionsintegration trotz Miniaturisierung und noch dünnwandigerer Bauteile/Baugruppen, neuen Anwendungen der Rotationsgieß-Technologie wie der Thermoform-Verfahren, und nicht zuletzt von 3D-Druckverfahren, unschwer abzulesen.

So kann die Messe erneut mit einer stark rekordverdächtigen Anzahl an Ausstellern, weit über 1.288 Hersteller und Anbieter, aufwarten. Auch ist eine hohe Internationalität bezüglich des Angebots an Hard- und Software für die industrielle Kunststoffverarbeitung zu verzeichnen. Die zahlreichen Aussteller kommen aus 32 Industrienationen und beanspruchen mehr Platz denn je, was wiederum zur Vollbelegung des Messezentrums Friedrichshafen am Bodensee führt. Bezogen auf den Weltmarkt ausgehend von der technologischen und kommerziellen Marktführerschaft deutscher Unternehmen, ist hier die stolze Anzahl von 675 Ausstellern zu verzeichnen, gefolgt von Herstellern und Anbietern aus Italien mit 72 und der Schweiz mit 66 Unternehmen. Auf den Rängen 4, 5 und 6 folgen dann Österreich mit 27, China mit 24 und Niederlande mit 22 Unternehmen.

Zwang zur Reduktion des EnergieverbrauchsAusgehend davon, dass sich die Konjunktur im als anhaltend robust darstellt, sofern die politisch motivierten Störaktionen nicht zunehmen, zeigen sich die Hersteller und Zulieferer von Kunststoffprodukten durchaus investitionswillig, auch vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Drucks zur Reduktion des Energieverbrauchs und der Ressourcen im weiten Feld der Kunststoffverarbeitung. Daraus lassen sich mehrere Trends ableiten, welche auch das gesamte Angebotsportfolio der Messe beeinflussen. Die fortschreitende Teile-, Baugruppen- und Geräte-Miniaturisierung plus die steigende Funktionsintegration erfordern schnell angepasste bis ganz neue Produktionsmittel und das Einbeziehen von Inline-Prüfsystemen, um in hoher Qualität zu fertigen und teure Ausschuss- Produktion schon im Ansatz zu vermeiden. Auch eine durchgängige Prozessautomation in Gestalt von Roboter-, Handhabungs- und Materialflusstechnik auf Basis der sich beim Verarbeiten von Kunststoffen ergebenden Lageordnung und Teileorientierung für die kontinuierliche Weiterverarbeitung ist gefragt. Ebenso ein universelles 3D-Printing. Und zwar in den meisten Fällen mit Originalmaterialien, welche aus virtuell konzipierten Modellen einsatzfähige Endprodukte machen. Zu guter Letzt, die Notwendigkeit, das Gros an Kunststoffabfällen, seien es Produktionsabfälle, nicht mehr benötigte Bauteile, Baugruppen und Geräte sowie im Sammelrecy-cling gewonnene Rohmaterialien erneut einem Produktionskreislauf zuzuführen. Die Weiterverarbeitung erhält Vorrang vor der energetischen Nutzung; zumal sich mit der Verarbeitung Stoffkreisläufe wertschöpfungsorientiert schließen lassen.Die Fakuma 2014 widmet sich umfassend all diesen relevanten Themen und präsentiert im Kompaktformat das aktuelle Angebot an Technologien, Verfahren, Werkstoffen, Maschinen, Werkzeugen, Produkten und Systemlösungen. Bereits frühzeitig haben auch schon die Unternehmen begonnen, die Fachpresse mit Neuigkeiten zu versorgen. So können wir unseren Lesern schon jetzt einen kleinen Ausblick auf innovative Entwicklungen geben.

Deutsche Kunststoffverarbeitung auf gutem Weg.

Auch der Gesamtverband Kunststoff verarbeitende Indus-trie e. V. (GKV) blickt mit Zuversicht und Selbstbewusstsein auf das Jahr 2014. Am Ende des Jahres 2013 stand ein Wachstum von drei Prozent, womit die Kunststoffverarbeitung einer der wichtigen Treiber der Wirtschaftsentwicklung blieb. Für das laufende Jahr 2014 rechnet der GKV auch aufgrund der allgemein guten Konjunkturlage mit einem nochmals leicht stärkeren Umsatzwachstum. Ein Umsatzplus zwischen vier und fünf Prozent sei möglich, erläuterte Verbandspräsident Dr. Bernd-O. Kruse. Jedoch bereitet den Unternehmen die Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Sorgen. Die Bundesregierung hat nach Auffassung des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) mit ihrem Kabinettsbeschluss zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) eine weitere Chance für eine grundlegende Kurskorrektur in der Energiepolitik vertan. Der Entwurf für eine EEG-Reform lässt nach Auffassung des GKV eine klare Ausrichtung der Förderung erneuerbarer Energien an marktwirtschaftlichen Prinzipien weiterhin vermissen. „Um die Wettbewerbsfähigkeit von Kunststofferzeugnissen aus Deutschland vor dem Hintergrund der nach wie vor sehr unterschiedlichen Stromkosten in den Ländern des europäischen Binnenmarktes zu sichern, führt kein Weg an einer signifikanten Senkung der EEG-Umlage vorbei. Mit den vorgesehenen Änderungen am EEG wird sich absehbar keine deutliche Entlastung für die deutsche Industrie erreichen lassen“, erklärt GKV-Hauptgeschäftsführer Dr. Oliver Möllenstädt. Aufgrund der hohen Stromkosten bleibt der Spielraum für notwendige Investitionen in vielen Kunststoff verarbeitenden Betrieben auch 2014 unzureichend. Weitere Reformen des EEG, einschließlich einer grundlegenden Neuregelung der Finanzierung des Ausbaus erneuerbarer Energien müssen nach Überzeugung des GKV zeitnah folgen. Der GKV wird sich weiterhin im Schulterschluss mit anderen Wirtschaftsverbänden für eine systematische Überarbeitung des EEG einsetzen.Lage auf dem Ausbildungsmarkt bleibt gespanntSeit Jahren bereits engagiert sich der GKV intensiv um die Berufsausbildung zur Sicherung des Nachwuchses für unsere Industrie. Trotz aller Erfolge jedoch melden etliche Mitgliedsunternehmen der GKV-Trägerverbände derzeit einen spürbaren Fachkräftemangel. Annähernd die Hälfte der Mitgliedsunternehmen ist bereits betroffen, auf der Liste der Herausforderungen steht dieses Thema branchenweit an zweiter Stelle. Trotz eines leichten Anstiegs bei abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im vergangenen Jahr bleibt für viele Unternehmen der Branche die Suche nach Verfahrensmechanikern für Kunststoff- und Kautschuktechnik schwierig. Im Jahr 2013 wurden 2.413 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, das entspricht einem Anstieg von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der sich erfreulich entwickelnden Branchenkonjunktur wächst bei den Unternehmen der Bedarf an Fachkräften kontinuierlich. Allerdings gestaltet sich die Suche nach geeigneten Auszubildenden immer schwieriger. Angebotene Ausbildungsplätze bleiben häufig unbesetzt, da keine oder keine geeigneten Bewerber vorhanden sind. Mittelfristig droht der Branche trotz guter Auftragslage eine Eintrübung, sofern es nicht gelingt, mehr Fachkräfte anzuwerben. „Die Branche muss sich dabei mit zwei Entwicklungen auseinandersetzen. Einerseits verlassen in den nächsten Jahren immer mehr bewährte Fachkräfte die Unternehmen in Richtung Ruhestand. Andererseits sinkt die Anzahl der Schulabgänger mit mittlerem Bildungsabschluss rapide, womit deutlich weniger junge Menschen dem Ausbildungsmarkt zur Verfügung stehen“, erklärt Ralf Olsen, Geschäftsführer des pro-K Industrieverbandes Halbzeuge und Konsumprodukte aus Kunststoff e.V. und im GKV verantwortlich für den Bereich Bildungspolitik und Berufsbildung.

Aus Sicht der Kunststoff verarbeitenden Industrie kommt die bei den Schulabgängern bisher noch geringe Bekanntheit der Branche, ihrer Produkte und des Ausbildungsberufs Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik als zusätzliche Herausforderung hinzu. Im Rahmen seiner Ausbildungsinitiative informiert der GKV über die Branche und ihre Berufsperspektiven. Zudem wird den Mitgliedsunternehmen der Trägerverbände des GKV Hilfestellung bei der Einwerbung von Nachwuchs angeboten. Neben dem GKV-Förderpreis für die besten Ausbildungsabsolventen eines Jahrgangs, sind dies vorrangig Broschüren und Plakate mit denen ein Schlaglicht auf den Ausbildungsberuf gelegt wird. Es ist klar, dass auch von den Betrieben in näherer Zukunft noch mehr Bewegung erfolgen wird.