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Jochem erhält die Auszeichnung für sein Engagement, die Erkenntnisse zur Energieeffizienz in Wirtschaft und Politik zu tragen. Sein besonderer Verdienst der vergangenen Jahre ist die Entwicklung eines speziellen Instruments zur Verminderung der Energiekosten von Wirtschaftsunternehmen: die lernenden Energieeffizienz-Netzwerke. Deren Ziel ist es, die jeweils zehn bis 15 teilnehmenden Unternehmen einer Region bei der Umsetzung von profitablen Energieeffizienz-Maßnahmen zu unterstützen. In Deutschland gibt es inzwischen etwa 60 derartige Netzwerke mit mehr als 700 teilnehmenden Unternehmen. Im Durchschnitt realisieren diese Unternehmen mit gut zwei Prozent pro Jahr doppelt so viel Energieeffizienz wie der Durchschnitt der Industrie. Die teilnehmenden Betriebe reduzieren nach vier bis fünf Jahren ihre Energiekosten um etwa 180 Millionen Euro.

1991 veröffentlichte Jochem erstmalig die theoretischen Potentiale der Energieeffizienz für ein Industrieland anhand der damals zumindest im Labor bekannten Technologien. Diese Analyse vertiefte er 2004 mit einem großen Forscherteam in der Schweiz. Das Ergebnis: die heutigen Energiedienstleistungen könnten mit einem Fünftel der heute benötigten Primärenergie im Laufe von etwa 60 Jahren realisiert werden. Schwerpunkt seiner Forschung ist heute die Energieeffizienz in Industrie und Wirtschaft unter technischen, ökonomischen und energiepolitischen Aspekten sowie ihre gesamtwirtschaftlichen und ökologischen Folgewirkungen.

(su)