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Spritzgießen Bei Farbwechseln in der laufenden Produktion ist es wichtig, dass der Wechsel möglichst schnell abgeschlossen ist, dabei wenig Ausschuss produziert wird und die Bauteile nach der Farbumstellung homogen durchgefärbt sind. Aktuell werden dafür hauptsächlich Masterbatches oder Flüssigfarben verwendet, die über den Materialeinzug der Maschine zugeführt werden. In der Plastifiziereinheit wird der Kunststoff aufgeschmolzen und die Farbe homogen im Kunststoff verteilt.

Die konventionellen Arten der Direkteinfärbung haben aber einen Nachteil: Farbwechsel dauern meist sehr lange, da die gesamte Plastifiziereinheit mit der Vorgängerfarbe kontaminiert ist. Die Plastifizierung muss zeitaufwändig gereinigt und mit neu eingefärbtem Kunststoff gespült werden. Zudem müssen die Dosiereinrichtungen auf die neue Farbe umgestellt werden.

Da Farbwechsel bislang meist nicht automatisch ablaufen, binden diese Arbeitsschritte immer auch Bedienpersonal. Mit ActiveColourChange hat Sumitomo Demag, Schwaig ein Flüssigfarb-Dosiersystem entwickelt, mit dem die Farbe wesentlich später in den Spritzgießprozess eingebracht wird. Das System dosiert die Flüssigfarbe direkt in die mit Schmelze gefüllte Meteringzone der Plastifiziereinheit. Dadurch bleiben die vorgelagerten Schneckenzonen vollkommen frei von Farbe und bei der Farbumstellung muss eine erheblich kürzere Schneckenlänge gespült werden.

Um eine homogene Farbverteilung sicherzustellen, wird die Schnecke mit einer speziellen Mischstrecke ausgerüstet. Der Anwender erzielt so auch bei geringen Farbanteilen eine hohe Deckkraft. Ein weiterer Vorteil der späten Zugabe ist die schonende Einarbeitung der flüssigen Farbe. Auch scher- oder hitzeempfindliche Pigmente können problemlos eingesetzt werden. Die Farbe setzt sich nicht mehr auf der Schnecke ab, was in der Vergangenheit oft zu schwarzen Stippen im Produkt geführt hat.

Fakuma 2014 Halle B1 / 1105